AWO-Seniorenzentrum "Albert-Osswald-Haus": Spielen hilft! – Therapeutisches Computerspielen bringt Freude in den hessischen Pflegealltag

Gruppenbild vor der MemoreBox


Gießen, 5. August 2019 – In Hessen kommt zukünftig eine therapeutische Spielekonsole im Altenpflegealltag zum Einsatz. Die MemoreBox ist ein eigens für den Einsatz in Pflegeeinrichtungen konzipiertes, digitales Spielsystem. Die Steuerung und Befehlseingabe erfolgt intuitiv durch Gesten und Körperhaltungen und fördert die körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Spielerinnen und Spieler. Neben der Fitness von Seniorinnen und Senioren stehen soziale Interaktionen zwischen den Bewohnern, Angehörigen aller Altersstufen und Pflegepersonal im Zentrum der Spielanordnung. Sechs Spiele stehen zur Auswahl: Tanzen, Kegeln, Postbote, Tischtennis, Sonntagsfahrt mit dem Motorrad und Singen.

Eine wissenschaftliche Studie stellt zudem sicher, dass die geistigen und körperlichen Fähigkeiten von Pflegeheimbewohnern durch den Einsatz der „MemoreBox“ verbessert werden. Bundesweit nehmen 100 Pflegeheime an dem Test teil. In Hessen sind es Pflegeeinrichtungen in Flörsheim, Gießen, Bad Arolsen und Wehretal-Reichensachsen. Die Pflegeheimbewohner können unabhängig von ihrer Kassenzugehörigkeit mitmachen. Das Projekt hat in Hessen eine Laufzeit von zunächst einem Jahr.

Präventionsprojekt mit Pioniercharakter

Steffen Reucker, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Gießen sagte: „Die MemoreBox ist keine handelsübliche Spielkonsole. Sie ist ein hochspezialisiertes Bewegungsspiel mit therapeutisch abgestimmten Übungen für ältere Menschen.“ Die Spiele integrieren therapeutische, präventive und rehabilitative Elemente, die unter anderem aus Erkenntnissen der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie entwickelt wurden. Die Barmer finanziert die begleitende Forschung und übernimmt die Mietkosten für die MemoreBox. Reucker betonte: „Als erste Krankenkasse setzt die Barmer für die Umsetzung des Präventionsgesetzes in Altenpflegeeinrichtungen auf eine bundesweite, digitale Strategie aus dem Bereich Computerspiel.“

Die Patenschaften in Gießen haben sowohl die Landrätin Anita Schneider und Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz übernommen. Beide betonten, dass das Projekt zeige, wie sich mit der Verbindung von innovativen und digitalen Ansätzen die Lebensqualität und Lebenssituation von Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen wohnen, nachhaltig verbessern lasse. Der spielerische Umgang mit digitalen Medien und Techniken trainiere die körperlichen wie auch die geistigen Kompetenzen. Dadurch werde die persönliche Fitness gestärkt, eine bessere Integration in die Gemeinschaft ermöglicht und der soziale Austausch gefördert.

Positive Spielerlebnisse fördern die Kommunikation

Jens Brandis, Projektleiter RetroBrain R&D GmbH, erklärte: „Videospiele in Alten- und Pflegeheimen sind kein Widerspruch. Menschen haben einen natürlichen Spieltrieb. Diesen zu nutzen, um sich gemeinsam quasi nebenbei gesund zu halten, das war die Gründungsidee hinter RetroBrain und funktioniert in jedem Alter. Die MemoreBox sei von erfahrenen Experten aus Wissenschaft, pflegerischer Praxis und Spieleentwicklung konzipiert worden.

„Lebensräume auch digital gestalten“

Jens Dapper, Geschäftsführer AWO Stadtkreis Gießen, freut sich über das zusätzliche Präventionsangebot in der Einrichtung: „Getreu unserer Philosophie ‚Wir gestalten Lebensräume mit Herz und Respekt‘ ist es uns gelungen einen neuen, den digitalen Lebensraum, zu gestalten. Wir möchten gemeinsam mit unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, das digitale Zeitalter zu erobern.“ Die MemoreBox kann an jeden Fernseher angeschlossen werden und wurde so entwickelt, dass die Technik für ältere Menschen einfach ist. Die Heimbewohner steuern die Spielkonsole nur über Gesten. „Die MemoreBox kommt bei unseren Senioren sehr gut an, weil sie motorisch intuitiv zu bedienen ist. Nicht zuletzt über die musikalische Untermalung der Spiele kann jeder mitmachen und teilhaben. Die Konsole stellt sich individuell auf die Fähigkeiten der Spieler ein und gibt nur positive Bewertungen. Das motiviert und es kommt bei allen Spielfreude auf.“ Auch bei den Mitarbeitern stoße die Kombination aus spielerischer Unterhaltung und Förderung der Mobilität und geistigen Fitness auf positive Resonanz.

 

Webcode dieser Seite: p011871 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 11.10.2019
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