Telemedizin-Kooperation mit Kinder– und Jugendärzten

Pädexpert startet in Thüringen

Mutter mit Baby am Notebook

Bei seltenen oder chronischen Erkrankungen können sich Kinderärzte künftig per Telemedizin externen Rat einholen. Die BARMER GEK hat dazu als einzige bundesweite Kasse auch in Thüringen das telemedizinische Angebot „PädExpert“ gestartet. Über das neuartige Programm können niedergelassene Kinder- und Jugendärzte online einen weiteren Facharzt zu Rate ziehen, um unklare Diagnosen abzusichern und die Behandlung abzustimmen. „Die Telemedizin hat viel Potenzial, vor allem in ländlichen Regionen, wo es schwierig ist, sich eine Zweitmeinung einzuholen oder mit Fachkollegen zu beraten. Dank PädExpert steigt die Qualität der medizinischen Versorgung und unsere jüngsten Versicherten sparen sich lange Anfahrtswege und Wartezeiten beim Spezialisten. Unser neues Programm wird hoffentlich bei vielen Patienten und Ärzten noch bestehende Berührungsängste mit der Telemedizin abbauen“, sagt Hermann Schmitt, Landesgeschäftsführer der BARMER GEK in Thüringen.

Bislang exklusives Angebot für BARMER GEK-Versicherte

Der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) und die BARMER GEK haben über eine Kooperationsvereinbarung sichergestellt, dass PädExpert einen konkreten Mehrwert für den Patienten bringt und höchsten Datenschutzanforderungen genügt. Der telemedizinische Expertenrat soll zunächst bei zehn Indikationen zum Einsatz kommen und bietet eine medizinische Expertise etwa bei Rheuma, Zöliakie und dermatologischen Erkrankungen. Mit PädExpert wollen die teilnehmenden Kinder- und Jugendärzte möglichst binnen 24 Stunden die Einschätzung eines Experten einholen und so nicht eindeutige Befunde abklären. Erste Erfahrungen in der Pilotregion Bayern zeigen: Die Zeit für die Diagnose kann so um durchschnittlich 16 Tage verkürzt werden, was gerade bei der schnellen Entwicklung im Kleinkindalter besonders wichtig sei. Die Chance, seltene Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen, soll künftig deutlich steigen.

Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ bezeichnete PädExpert als „Meilenstein für die Gesundheitsversorgung“, da Experten für pädiatrische Spezialgebiete hauptsächlich in Ballungszentren angesiedelt seien. „Telemedizinische Konsultationen sind schon deshalb sehr wichtig, weil die Zahl der Praxen rückläufig ist, vor allem auf dem Land“.

Besuch beim Facharzt in zwei von drei Fällen nicht erforderlich

PädExpert wurde von Kinder- und Jugendärzten in Bayern über drei Jahre entwickelt und getestet. Dank des Expertenkonsils mussten zwei von drei Heranwachsenden nicht mehr persönlich zum Spezialisten gehen. Im Jahr 2014 hat das Verfahren den Bayerischen Gesundheitspreis in der Kategorie „Zukunft Telemedizin“ erhalten.

Weitere Informationen unter: www.paedexpert.de

Webcode dieser Seite: p006843 Autor: Barmer Erstellt am: 16.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 16.12.2016
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