Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel
STANDORTinfo für Thüringen

Kommentar zu den Portalpraxen in Thüringen

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Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin Barmer Thüringen

Gute Versorgung kostet Geld. Gute Versorgung spart aber auch Geld - das dafür an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden kann. Es versickert zum Beispiel nicht mehr in einer unnötigen Inanspruchnahme der Notfallambulanzen der Krankenhäuser, die eigentlich für Unfälle und lebensbedrohliche Erkrankungen gedacht sind. Seit 2009 ist die Zahl der „Notfälle“ bundesweit um 143 Prozent gestiegen. Eine optimierte, abgestimmte Notfallversorgung ist deshalb zu Recht ein Kernanliegen der Gesundheitspolitik. An der Schnittstelle zwischen ambulant und stationär entstehen derzeit zu viele Reibungsverluste. Dem Patienten allein den Schwarzen Peter zuzuschieben, weil er nicht immer richtig beurteilt, ob er einen echten Notfall darstellt, der im Krankenhaus richtig ist oder sich auf „falsche Versorgungspfade“ begibt, ist zu kurz gedacht. Menschen gehen insbesondere in „gefühlten“ Notsituationen den Weg des geringsten Widerstands. Es ist deshalb dringend nötig, die Strukturen zu ändern und einen Weg der vernünftigen und verlässlichen Versorgung zu ebnen.
Die Notdienstkooperation der DRK-Kliniken mit der KV Thüringen ist ein zukunftsweisender Ansatz, der bei der Umsetzung des Koalitionsvertrags ein Leuchtturmprojekt sein könnte. Es würde hilfreich sein, die Erkenntnisse der Portalpraxen in Nordthüringen mit einem städtischen Standort in Thüringen und den Notfallambulanzen der anderen Krankenhäuser in Thüringen zu vergleichen. Die Ergebnisse könnten gemeinsam mit dem Land Thüringen und den Krankenkassen in die bundesweite politische Diskussion zur Gesetzgebung eingebracht werden. Es geht im Kern um die Organisation einer sektorenübergreifenden Versorgung mit gemeinsamer Steuerung über die Ärzteschaft und die Krankenhäuser an einem Ort, einer einheitlichen Telefon-Nummer und einem Triage-System, damit die Bürger bedarfsgerecht Hilfe an der richtigen Stelle finden. Die Integration der Rettungsleitstellenstellen wäre ein sinnvoller Schritt, damit die „Kleinstaaterei“ im Leitstellenbereich im Sinne der Menschen in zeitgemäße Strukturen überführt werden kann. 

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