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Thüringer Kitas kochen künftig nach DGE! Nach DGE?

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Interview mit Verbraucherschutzminister Dieter Lauinger.

Thüringens Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV), Dieter Lauinger (Grüne), will über das Thüringer Kita-Gesetz eine bessere Mittagsverpflegung für Kinder durchsetzen. Wir fragen nach, was ihn dazu bewegt hat.

  • Frage: Sie haben sich für eine bessere und gesündere Verpflegung in den Kitas eingesetzt. Was genau soll sich ändern?

Es ist uns gelungen, im Regierungsentwurf zum neuen Kita-Gesetz eine verbindliche Regelung zu verankern, wonach die warme Mittagsmahlzeit in den Einrichtungen zukünftig den aktuellen ernährungswissenschaftlichen Qualitätsstandards für eine ausgewogene, altersgemäße, vollwertige und gesundheitsfördernde Mittagsmahlzeit entsprechen muss. Dies soll in der Praxis dazu führen, dass die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erarbeiteten Qualitätsstandards für die Kitaverpflegung von den Caterern zwingend einzuhalten sind. Der Landtag hat inzwischen einen entsprechenden Beschluss gefasst. Damit wird Thüringen bundesweit eine positive Vorreiterrolle einnehmen.

  • Was war der Anlass für die geplante Regelung?

Das TMMJV hat eine dreijährige Studie der DGE zur aktuellen Verpflegungssituation in Thüringer Kitas finanziert. Diese Untersuchung hat zwar generell Zufriedenheit der Kindertageseinrichtungen mit der vorhandenen Verpflegungssituation, aber auch Defizite und einen entsprechenden Handlungsbedarf bei der Kitaverpflegung aufgezeigt. Die DGE hat Handlungsvorschläge unterbreitet, wie die Situation insgesamt verbessert werden kann und was Kitas vor Ort in ihrer ganz konkreten Organisation tun können. Das neue Gesetz schafft nun auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Umsetzung.

  • Was muss man beachten, um sich an die DGE-Standards zu halten?

Zum Beispiel kocht in Thüringen nur ein geringer Teil der Einrichtungen selbst vor Ort für die Kinder, während der Freistaat bei der Versorgung mit Mittagessen über die Anlieferung einer Warmverpflegung durch Caterer deutlich über dem Bundesschnitt liegt. Um den guten Geschmack und vor allem auch den Nährstoffgehalt der Speisen gewährleisten zu können, müssen die Warmhaltezeiten und Transportwege kritisch überprüft werden. Qualitätssicherung spielt bei der Warmverpflegung eine entscheidende Rolle. Zudem beinhalten die Speisepläne in den Kitas häufig zu viel Fleisch- und Wurstwaren, aber zu wenig Gemüse und Fisch. Für vegetarische Speisen, wie sie mindestens zweimal wöchentlich im Speiseplan vorkommen sollten, fehlt bei vielen Eltern noch immer die Akzeptanz als vollwertige Mahlzeit. Mit Hilfe von Informations- und Aufklärungsangeboten sollen durch die Verbreitung der DGE-Qualitätsstandards vergleichbare Anforderungen für die Einrichtungen geschaffen, das Bewusstsein für eine hochwertige Verpflegungsqualität bei den Eltern geschärft und die notwendige Professionalität bei den beteiligten Akteuren gefördert werden.

GESUCHT: Genussbotschafter

Kochen mit Kindern, Foto: Sarah Wiener Stiftung


Die bundesweit größte Initiative für praktische Ernährungsbildung „Ich kann kochen!“ möchte Kindern im Kita- und Grundschulalter vermitteln, wie gut eine ausgewogene Ernährung schmeckt. Deshalb bilden die Initiatoren, die gemeinnützige Sarah Wiener Stiftung und die Krankenkasse Barmer, kostenfrei pädagogische Fach- und Lehrkräfte in praktischer Ernährungsbildung zu „Genussbotschaftern“ fort.

Die eintägigen Fortbildungen vermitteln Grundlagen zum Kochen mit Kindern und aktuelles Ernährungswissen. Teilnehmen können Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen. Als Starthilfe für eigene Ich kann kochen!-Projekte können alle Teilnehmer für ihre Einrichtungen eine einmalige finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro für Lebensmittel erhalten. In Thüringen werden seit Jahresbeginn Schulungen in mehreren Städten angeboten. ichkannkochen.de

Kontakt für die Presse:

Patrick Krug
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