Ein Notfallwagen im Einsatz.
STANDORTinfo Thüringen

Gesundheitspolitisches Forum der Barmer Thüringen

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Für das bevorstehende Gesundheitspolitische Forum der Barmer Thüringen am 6. Mai 2026 in Erfurt gibt es reichlich Gesprächsstoff. Ein kurzer Überblick und die wichtigsten Positionen der Barmer zum Thema.

Kaum eine Frage stellt sich so akut wie die Reform der Notfallversorgung. Die Bundesregierung nimmt bereits den dritten Anlauf für eine Notfallreform und auch die Thüringer Landesregierung hat sich mit einem „Masterplan Rettungswesen“ einen großen, ganzheitlichen Blick in die Zukunft der Notfallversorgung vorgenommen. R

Die Strukturen der Notfallversorgung in Deutschland sind weiterhin stark zersplittert. Unterschiedliche Regelungen in den Rettungsdienstgesetzen der Bundesländer führen dazu, dass Patientinnen und Patienten häufig nicht zielgerichtet versorgt werden. Rund 50 Prozent der ambulanten Notfälle werden in einer Krankenhaus-Notaufnahme behandelt. Ohnehin knappe Ressourcen werden dadurch zunehmend belastet – was im Notfall zu Engpässen führen kann.

Die Barmer unterstützt daher die Vorschläge des Sachverständigenrates und der Regierungskommission, die Notfallversorgung stärker zu harmonisieren. Das entsprechende Gesetz soll im Frühjahr 2026 durch das Kabinett beschlossen werden. Darin vorgesehen sind u. a. die Sicherstellung der notdienstlichen Akutversorgung durch die KVen rund um die Uhr, Integrierte Notfallzentren (INZ) sowie eine digitale Vernetzung der Akutleitstellen der KVen (116 117) und der Rettungsleitstellen (112) zu Gesundheitsleitsystemen. Gerade in ländlichen Regionen werden künftig mehr Verlegungs- und Krankenfahrten notwendig sein. Damit steigt die Bedeutung eines leistungsfähigen, gut vernetzten Rettungswesens.

Auch in Thüringen besteht weiterhin Handlungsbedarf: Die Leitstellenreform ist bislang nur schleppend vorangekommen. Dass weniger, dafür leistungsfähige Leitstellen, sinnvoller sind als eine starke Zersplitterung, unterstreichen bereits Erfahrungen aus anderen Bundesländern. Thüringen widmet sich der Zukunft der Notfallversorgung mit einem „Masterplan Rettungsdienst“. In diesem Zuge muss es auch um eine klare Abgrenzung der Finanzierungsverantwortung zwischen Land und Krankenkassen gehen. Auch mehr Transparenz über Kapazitäten in Echtzeit ist nötig, um Patientinnen und Patienten schneller in geeignete Kliniken steuern zu können. Digitale Lösungen wie die Smartphone-basierte Ersthelfer-Alarmierung oder die verpflichtende Telefonreanimation (T-CPR) können zusätzlich Leben retten und sollten flächendeckend etabliert werden.

Um diese Themen und weitere Fragen zur Zukunft der Notfall- und Rettungsstrukturen geht es beim bevorstehenden Gesundheitspolitischen Forum der Barmer Thüringen am Mittwoch, 6. Mai 2026, im ComCenter Brühl in Erfurt. Einige wenige Plätze sind noch frei.

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