Eine Psychotherapeutin macht sich Notizen zur jungen Frau, die ihr gegenüber sitzt.
Pressemitteilungen aus Thüringen

Viel mehr junge Frauen in Psychotherapie als Männer

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Erfurt, 1. September 2021 – Thüringerinnen im Alter von 17 Jahren sind besonders häufig in psychotherapeutischer Behandlung. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Barmer unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 24 Jahren.

Von 2009 bis 2019 haben rund 3.170 junge Thüringerinnen im Alter von 17 Jahren eine klassische Psychotherapie, auch Richtlinientherapie genannt, in Anspruch genommen. Das sind 3,4 Prozent der jungen Frauen in diesem Alter. Damit ist der Anteil fast dreimal so hoch wie bei den gleichaltrigen männlichen Jugendlichen mit 1,2 Prozent oder hochgerechnet rund 1.170 Betroffenen im selben Zeitraum.

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

„Depressionen sind der häufigste Grund für eine psychotherapeutische Behandlung. Dass vor allem junge Frauen davon betroffen sind, könnte daran liegen, dass das Auftreten von Depressionen eng mit dem Hormonhaushalt verknüpft ist, der sich in der Pubertät ändert. Darüber hinaus spielen auch gesellschaftliche Einflüsse wie ein zweifelhaftes Schönheitsideal und soziale Medien eine Rolle“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen. So seien junge Frauen vergleichsweise häufig wegen Essstörungen in Behandlung. Angststörungen und posttraumatische Belastungsstörungen seien ebenfalls zahlreich ausschlaggebend.

Jungen vor allem zwischen zehn und zwölf Jahren in Therapie

Während die jungen Frauen insbesondere ab dem Ende der Pubertät vermehrt in Behandlung seien, lägen die Jungen vor und zum Beginn der Pubertät noch vorn. Im Alter von elf Jahren seien von 2009 bis 2019 rund 2,6 Prozent oder rund 2.690 Jungen in Behandlung gewesen. Dem stünden 1,8 Prozent der Mädchen beziehungsweise rund 1.730 Betroffene gegenüber.

Besonders häufig seien Jungen wegen Störungen des Sozialverhaltens, ADHS sowie Lese- und Rechtschreibstörungen in Therapie. „Je früher psychische Störungen erkannt werden, desto eher können sie behandelt werden, damit sie sich nicht dauerhaft manifestieren und Resilienz aufgebaut werden kann“, so Birgit Dziuk. Eine wichtige Rolle komme hierbei neben den Eltern auch den Schulen und Jugendeinrichtungen zu.

Hilfe bei der Früherkennung biete zudem das Kinder- und Jugend-Programm der Barmer, an dem in Thüringen rund 10.000 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Es beinhaltet unter anderem Vorsorgeuntersuchungen, die darauf abzielen, psychische Auffälligkeiten, gesundheitliche Defizite oder Entwicklungsstörungen junger Menschen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. 

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