Ein Mann nutzt das Angebot Videosprechstunde und nimmt Kontakt zu einer medizinischen Expertin auf.
Pressemitteilung aus Thüringen

Begrenzung bei Videosprechstunden unnötig

Lesedauer unter 2 Minuten

Erfurt, 31. August 2022 – Die Nachfrage nach Videosprechstunden ist seit Beginn der Corona-Pandemie in Thüringen massiv gestiegen, wie eine Analyse der Barmer von Daten aus den Jahren 2019 bis 2021 aufzeigt. Aus Sicht der Barmer ist eine gesetzliche Begrenzung von Videoterminen unnötig und hinderlich.

Laut Auswertung beanspruchten Barmer-Versicherte in Thüringen die digitale Konsultation ihrer Ärztinnen und Ärzte im genannten Zeitraum mehr als 5.700 Mal. Am häufigsten geschah dies mit rund 1.200 Mal im ersten Quartal 2021.

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Foto: Michael Reichel

„Während der Corona-Pandemie hat die Videosprechstunde sowohl bei Patientinnen und Patienten als auch bei Ärztinnen und Ärzten eine hohe Akzeptanz erfahren. Sie hat manchen Weg zur Arztpraxis erspart und dafür gesorgt, dass während der Pandemie die medizinische Versorgung gut aufrechterhalten werden konnte. Für die Versicherten sind Videosprechstunden ein echter Gewinn“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer Thüringen. Dass aktuell eine gesetzliche Beschränkung der Videotermine auf 30 Prozent der Kapazität einer Praxis gilt, baue jedoch Schranken auf und bremse die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

Aus Sicht der Barmer sei die starre Begrenzung daher unnötig. Während der Pandemie waren Videosprechstunden aufgrund einer Sonderregelung bis Ende März dieses Jahres unbegrenzt möglich gewesen.

Psychotherapie per Video am stärksten

Der Barmer-Analyse zufolge haben jeweils rund 350 Thüringer Ärztinnen und Ärzte in den Jahren 2020 und 2021 Kontakte per Video abgerechnet. Besonders oft kam die Videosprechstunde in der ambulanten Psychotherapie zum Einsatz. Allein hier gab es in Thüringen während des Analysezeitraums etwa 1.800 Behandlungsfälle per Video. Sie wurden von rund 180 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten angeboten. „Psychotherapeutische Sitzungen per Video erweitern die Kontaktmöglichkeiten zwischen den Therapeutinnen und Therapeuten mit ihren Patientinnen und Patienten. Dass seit diesem April die Psychotherapeutische Sprechstunde und die vorbereitenden Sitzungen vor Psychotherapiebeginn nicht mehr per Video stattfinden dürfen, ist ein bedauerlicher Rückschritt“, so Barmer-Landeschefin Birgit Dziuk. Auch hier sollten Restriktionen abgeschafft werden, damit die Videokonsultation weiter in Anspruch genommen werden könne, wo deren Nutzung sinnvoll sei.

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