Kopfschmerzen: Pillenfalle vermeiden

Rund 180.000 Schleswig-Holsteiner suchten im Jahr 2016 wegen Kopfschmerzen ambulante ärztliche Hilfe. Und wie eine von der Barmer durchgeführte repräsentative Umfrage ergab, hat schon mehr als die Hälfte junger Menschen im Alter von neun bis 19 Jahren mindestens einmal im Monat Kopfschmerzen, meist ausgelöst durch stressige Situationen. 42 Prozent der Befragten bekämpfen den Schmerz dabei jedes Mal mit Arzneimitteln. Ein Viertel der Altersgruppe nimmt gegen Kopfschmerzen einmal pro Woche Medikamente ein, vier Prozent sogar täglich. Zu häufiger Schmerzmittelgebrauch, beispielsweise von Triptanen, kann jedoch fatale Nebenwirkungen haben und die Kopfschmerzen weiter verstärken. Gefährlich wird es, wenn an zehn Tagen oder mehr im Monat Schmerzmittel eingenommen werden – unabhängig von der Menge. Der Teufelskreis aus Kopfschmerz und Medikamenteneinnahme führt letztlich in eine Pillenfalle und dazu, dass die Schmerzen chronisch werden können.

Medikamente richtig anwenden

„Wie die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, ist der Schmerzmittelkonsum bereits bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen teilweise als bedenklich einzustufen. Kopfschmerz- und Migränemittel sind hoch wirksame Medikamente, die vielen Betroffenen gute Dienste leisten. Voraussetzung ist aber, dass sie richtig angewendet werden“, sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer. Vielfach werden Schmerzmittel jedoch in Selbstmedikation eingenommen. Davon zeugen 110 Millionen Schmerzmittel-Packungen, die im Jahr 2016 von den Apotheken in Deutschland rezeptfrei verkauft wurden und von denen ein Großteil wohl gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird.

Prävention hilft

„Gerade beim Thema Kopfschmerz ist Prävention häufig ein hoch wirksames Mittel, für das wir gerade junge Erwachsene stärker sensibilisieren müssen“, so Marschall. Die Erfolge zeigen sich eindrucksvoll bei Kindern. Seit dem Jahr 2015 unterstützt die Barmer die „Aktion Mütze“. Das Projekt hilft Schulkindern, Lehrkräften und Eltern, mit individuellen Verhaltensänderungen und Umstellungen im gemeinsamen Alltag Kopfschmerzen vorzubeugen. Bereits in der Pilotphase zeigte sich, dass bei 70 bis 80 Prozent der von Kopfschmerz betroffenen Projektteilnehmer die Kopfschmerzen über einen Zeitraum von zwei Jahren zurückgingen. Bei jungen Erwachsenen fehlen solche Hilfsangebote allerdings häufig. Daher fördert die Barmer unter anderem an der Fachhochschule Kiel das Projekt zur Kopfschmerzprävention „KopfHoch“. Es soll jungen Menschen mit präventiven Angeboten helfen, Kopfschmerzattacken zu vermeiden.

Weitere Informationen:

www.aktion-muetze.de
www.kopf-hoch.info

Webcode dieser Seite: p009448 Autor: Barmer Erstellt am: 14.05.2018 Letzte Aktualisierung am: 14.05.2018
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