Eine Frau mit Laborkittel und Haarschutz hält eine Petrischale in der Hand
STANDORTinfo für Schleswig-Holstein

Barmer-Arzneimittelreport über Nachahmerprodukte - Mit Biosimilars über drei Millionen Euro in Schleswig-Holstein einsparen

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Angesichts steigender Arzneimittelausgaben bleibt der Druck sehr hoch, eine bestmögliche Versorgung zu bezahlbaren Preisen zu gewährleisten. Biosimilars sind hier ein zentraler Baustein. Denn beim Einsatz biotechnologisch hergestellter Arzneimittel und ihrer Nachahmerprodukte, den sogenannten Biosimilars, gibt es bei gleicher Wirksamkeit erhebliches Einsparpotenzial, wie der Barmer-Arzneimittelreport 2021 belegt. Biosimilars sind biologische Arzneimittel, die eine Version des Wirkstoffs eines im Europäischen Wirtschaftsraum bereits zugelassenen biologischen Arzneimittels (Referenzarzneimittels) enthalten. Biosimilars sind seit 2006 und aktuell für 16 Arzneimittelwirkstoffe in Deutschland verfügbar. Die Gleichwertigkeit von Biosimilars und Referenzarzneimitteln ist wissenschaftlich ausreichend belegt und unstrittig, es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede in Sicherheit und Wirksamkeit.

Versicherte profitieren von Einsparungen

Biosimilars sind bis zu 40 Prozent günstiger als die Originalpräparate. Durch die konsequente Verwendung dieser Nachahmerprodukte hätten der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland im vergangenen Jahr 71,8 Millionen Euro eingespart werden können. Allein in Schleswig-Holstein lag das Einsparpotenzial im vergangenen Jahr bei rund 3,4 Millionen Euro. Die eingesparten Mittel hätten in andere innovative Medikamente fließen können und kämen so den Versicherten zugute. In Schleswig-Holstein lag die Biosimilars-Quote im letzten Jahr bei knapp 22 Prozent. Das nördlichste Bundesland liegt damit im oberen Feld der Verordnungsquote von Biosimilars. Nur Niedersachsen (27 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (23,5 Prozent) hatten höhere Quoten, Hamburg lag gleichauf. Die geringste Quote gab es mit nur 13 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Arzneimittelausgaben stiegen innerhalb von sechs Jahren um 25 Prozent

Für die Behandlung von Barmer-Versicherter summierte sich die Gesamtausgaben für Arzneimittel in 2020 deutschlandweit auf 7,0 Milliarden Euro. Im Vergleich dazu lagen die Ausgaben vor sechs Jahren (2014) bei 5,6 Milliarden Euro. Dies entspräche einer Steigerung der Arzneimittelausgaben für Barmer-Versicherte um 1,4 Milliarden Euro über sechs Jahre (ein Plus von 25 Prozent). Damit liegt die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate der Arzneimittelausgaben der Barmer bei 4,2 Prozent. Absolut betrachtet sind für Barmer-Versicherte 2020 über 172 Millionen Euro mehr für Arzneimittel aufgewendet worden als 2019. In Schleswig-Holstein sind pro Person 692 Euro im Jahr 2020 zusammengekommen.

Der komplette Barmer-Arzneimittelreport 2021 steht unter www.barmer.de/p017175 zur Verfügung.

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