Pressemitteilung aus Schleswig-Holstein

Pflege – aber klar! Projekt erfolgreich gestartet

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Lübeck, 8. Februar 2021 – In unserer leistungsorientierten Gesellschaft sind wir ständig von hohen Erwartungen umgeben und vielfältig gefordert. Termindruck, emotionaler Stress und immer mehr Aufgaben setzen uns permanent unter Druck. Die Raucherpause zum „Luftholen“, das Glas Wein oder Bier zum „Runterkommen“ oder das Medikament zum „Durchhalten“ bieten in solchen Situationen oftmals eine kurzfristige Entlastung. Bei übermäßigem „Genuss“ werden sie aber immer öfter auch zu einem Problem am Arbeitsplatz.

Die Frage, was man tun kann, wenn eine Kollegin oder ein Kollege durch eine Suchtproblematik auffällt, z. B. durch eine verwischte Sprechweise, Fahrigkeit, schwankenden Gang oder einer deutlichen Fahne, fällt oftmals schwer. Zum einen möchte man sich als Kollegin oder Kollege nicht in private Angelegenheiten einmischen, zum anderen möchte man bei einem offensichtlichen Problem aber auch nicht wegschauen.

Das Projekt „Pflege – aber klar!“, das die Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V. (LSSH) gemeinsam mit den Krankenkassen Barmer, AOK NORDWEST, TK, Novitas BKK, BKK Mobil Oil und der KKH und den AMEOS Einrichtungen in Holstein entwickelt haben, setzt genau bei dieser Fragestellung an.

Björn Malchow, Ansprechpartner für betriebliche Suchtarbeit der Landesstelle sagt: „Wir freuen uns sehr über das gemeinsame Projekt „Pflege – aber klar!“, mit dem wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in mehreren Präsenzphasen der Weiterbildung unter z. T. erschwerten Pandemiebedingungen ein breit aufgestelltes Wissen über das Thema Sucht im Betrieb vermitteln können. Sie werden als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, Vermittlerinnen und Vermittler oder Motivationsverstärkerinnen und Motivationsverstärker für direkt oder indirekt betroffene Mitarbeitende zum Einsatz kommen. Führungskräfte nehmen eine wesentliche Schlüsselrolle ein und sind daher auch in die Qualifizierung durch das Projekt eingebunden.“

Heike Thomsen, Beraterin Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Barmer, ergänzt stellvertretend für die Förderer des Projekts: „Bei Pflege, aber klar steht besonders die frühzeitige Unterstützung im Vordergrund. Pflege- und Führungskräften üben, wie sie Kolleginnen und Kollegen ansprechen können, bei denen auffällt, dass sie ihre gewohnten Leistungen nicht erbringen können oder sich anders verhalten.“

Krankenhausdirektor Andreas Tüting betont: „Gerade in den letzten Monaten, in denen die Herausforderungen durch die Corona Pandemie sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld sehr hoch sind, stellen wir bei unseren Mit-arbeitenden fest, dass sie unsere Unterstützungsprogramme öfter in Anspruch nehmen, z. B. den pme-familienservice und das Lebenslagen-Coaching, über die wir unseren Mitarbeitenden z. B. Betreuungslösungen für Kinder und pflegebedürftige Angehörige sowie Beratungsangebote für schwierige Lebenssituationen anbieten. Uns ist wichtig zu signalisieren, dass sich unsere Mitarbeitenden auch in Krisenzeiten auf uns verlassen können und wir an ihrer Seite sind.“ In den AMEOS Einrichtungen in Holstein wurden bereits über 250 Mitarbeitende und Führungskräfte der Pflegebereiche über Angebote im Rahmen des Präventionsgesetzes und des Pflegepersonalstärkungsgesetzes von der LSSH informiert und geschult, weitere Schulungstermine sind in Planung.

Mathias Schröder, Fachpfleger im AMEOS Klinikum Neustadt, hat die im Projekt angebotene Weiterbildung zum „Multiplikator Sucht“ bereits erfolgreich abgeschlossen. Sein Feedback ist durchweg positiv: „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, es waren Klinikmitarbeitende ebenso vertreten wie Therapeutinnen und Therapeuten sowie Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozialdienst. Wir haben fundiertes Grundwissen über das komplexe Thema Sucht erhalten und wurden für den praktischen Einsatz gut vorbereitet, so konnten wir auch schon Kolleginnen und Kollegen gut aufklären, beraten und unterstützen.“

Und unter dem Motto „früh übt sich“ erarbeiten die Landesstelle und ihre Präventionsfachkräfte in Zusammenarbeit mit dem AMEOS Institut Nord und mit den Pflegeschülerinnen und Pflegeschülern ein innovatives Suchtpräventionskonzept. Kern dieser Projektarbeit ist es, zu erarbeiten, wie Auszubildende andere Gleichaltrige über die Gefahren des Suchtmittelkonsums aufklären und bei Auffälligkeiten unterstützen können.

Kontakt „Pflege – aber klar!“
Landesstelle für Suchtfragen Schleswig-Holstein e. V.
Björn Malchow, Betriebliche Suchtarbeit
Telefon: 0431 - 65 73 94-47
E-Mail: bjoern.malchow@lssh.de 

Kontakt für die Presse:

Torsten Nowak
Pressesprecher Barmer Schleswig-Holstein
Telefon: 0800 333 004 656-631
E-Mailpresse.sh@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_SH

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