Pressemitteilungen 2022

Epilepsie erkennen und Erste Hilfe leisten

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Kiel, 22. September 2022 – Mehr als 36.000 Menschen in Schleswig-Holstein sind an Epilepsie erkrankt. Unter den Betroffenen liegt der Anteil der Männer rund sechs Prozent höher als jener der Frauen. Der Anteil der Erkrankten in der schleswig-holsteinischen Bevölkerung stieg zudem zwischen 2014 und 2020 um fast acht Prozent an. Das zeigen Auswertungen des aktuellen Arztreports der Barmer. Werden Betroffene von einem epileptischen Anfall im Alltag überrascht, können gefährliche Notfallsituationen entstehen. Außenstehende können in diesen Fällen entscheidende Erste Hilfe leisten, wenn sie die Symptome richtig deuten. Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein, erläutert: „Meist dauern epileptische Anfälle eineinhalb bis zwei Minuten, teilweise nur wenige Sekunden. Zu den Symptomen können Krämpfe, unkontrollierte Zuckungen und Kontrollverlust über den Körper gehören. Nach einem Anfall verspüren Betroffene oft das Bedürfnis zu schlafen und wirken orientierungslos. Wichtig ist, dass dieses Verhalten während oder nach einem Krampfanfall ernst genommen und nicht fehlinterpretiert wird.“ Sollte ein Anfall ohne Vorwarnung auftreten, bestehe die Aufgabe der Ersthelfenden darin, das Umfeld zu sichern und somit vor Verletzungen zu schützen. Betroffene sollten nicht festgehalten, sondern nach Möglichkeit nach Aufhören des Zuckens und weiterhin bestehender Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage gebracht werden. Wenn ein epileptischer Anfall erstmalig auftrete oder länger als fünf Minuten anhalte, solle unbedingt die Notrufnummer 112 gerufen werden. „Bereits wenige Handgriffe können vor weiteren Verletzungen schützen und zur Sicherheit von Betroffenen beitragen. Entscheidend ist, dass Helferinnen und Helfer an die Möglichkeit einer Epilepsie denken, wenn sie die Symptome beobachten“, sagt Dr. Hillebrandt. Epilepsien können bei Menschen in jedem Alter auftreten.

Hilfe und Informationen zum Krankheitsbild unter www.digitale-epilepsieberatung-nord.de oder www.barmer.de/s000508.

Kontakt für die Presse:

Torsten Nowak
Pressesprecher Barmer Schleswig-Holstein
Telefon: 0800 333 004 656-631
E-Mailpresse.sh@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_SH

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