Barmer-Arztreport 2026: Endometriose-Diagnosen in Schleswig-Holstein mehr als verdreifacht
- Seit 2005 hat sich die Zahl der Endometriose-Diagnosen in Schleswig-Holstein von etwa 5.000 auf rund 17.000 mehr als verdreifacht.
- Das Durchschnittsalter bei der Erstdiagnose sank bundesweit in zehn Jahren um 3,8 Jahre auf 37,4 Jahre.
- „Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen ist. Die Erkrankung wird heute früher diagnostiziert und betroffene Frauen erhalten schneller Klarheit über ihre Beschwerden“, sagt Dr. Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein.
Kiel, 13. März 2026 – In den letzten 20 Jahren stieg die Zahl der Frauen mit Endometriose in Schleswig-Holstein stark an. Der aktuelle Barmer-Arztreport zeigt, dass die Diagnosen von rund 5.000 im Jahr 2005 auf etwa 17.000 im Jahr 2024 kletterten. Endometriose, eine chronische Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst, verursacht oft starke Schmerzen und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Bundesweit erhalten Frauen die Diagnose heute im Schnitt fast vier Jahre früher als vor zehn Jahren – aktuell mit durchschnittlich 37,4 Jahren. „Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose inzwischen bekannter ist und Beschwerden schneller ernst genommen werden“, sagt Dr. Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein. Eine frühzeitige Diagnose allein reiche aber nicht aus, betont Riehl anlässlich des Internationalen Tags der Endometriose am 14. März. Wichtig sei eine Behandlung, die sich an der persönlichen Lebenssituation der Betroffenen orientiere – etwa bei Themen wie Familienplanung, Mobilität oder psychischer Gesundheit.
Begleiterkrankungen stark verbreitet
Frauen mit Endometriose leiden laut Arztreport häufiger unter Begleiterkrankungen, als es ihrem Alter entsprechend zu erwarten wäre. Besonders häufig treten Schmerzdiagnosen auf. Bauch- und Beckenschmerzen werden mehr als doppelt so oft dokumentiert. Auch Migräne und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind überdurchschnittlich häufig. Zudem leiden betroffene Frauen häufiger an depressiven Episoden und Angststörungen. „Die Ergebnisse des Arztreports belegen zwar, dass mit Endometriose keine erhöhte Sterblichkeit einhergeht. Allerdings leiden die betroffenen Frauen unter einer hohen Krankheitslast. Deshalb ist eine ganzheitliche Therapie erforderlich, zu der auch eine engere Kooperation zwischen Schmerz- und Endometriosezentren gehört“, betont Barmer-Landeschefin Riehl. Eine passgenaue Therapie könne dazu beitragen, dass sich die Erkrankung nicht unnötig verschlimmere und die Folgen besser bewältigt werden könnten.
Regionale Unterschiede zeigen Bedarf an weiterer Aufklärung
Der Report zeigt deutliche regionale Unterschiede. Im Saarland liegen die Erstdiagnosen rund 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, in Thüringen etwa 20 Prozent darunter. In Schleswig-Holstein wird Endometriose fast 14 Prozent seltener als Erstdiagnose gestellt. In dicht besiedelten Gebieten diagnostizieren Ärzte Endometriose häufiger als in ländlichen Regionen. „Viele Frauen halten ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen und suchen deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe. Die regionalen Unterschiede zeigen, dass wir mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen“, erklärt Riehl.
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