Pressemitteilungen aus Schleswig-Holstein

Hitzetage sind Chaostage für Diabetiker

Lesedauer unter 2 Minuten

Kiel, 6. August 2020 – In den nächsten Tagen wird es heiß. Und mit den Temperaturen steigt bei Diabetikern die Gefahr einer Über- oder Unterzuckerung. Deutschlandweit leiden rund 7,6 Millionen Menschen an Diabetes. In Schleswig-Holstein leben nach Hochrechnungen der Barmer rund 230.000 Diabetiker und viele von ihnen sind auf die Gabe von Insulin angewiesen. Da Hitze die Durchblutung anregt, gelangt das Insulin schneller in den Körperkreislauf und das Risiko einer Unterzuckerung steigt. Die Gefahr einer Unterzuckerung steigt auch, wenn mit der Hitze der Appetit sinkt und dadurch nicht genügend Kohlenhydrate aufgenommen werden. Umgekehrt kann im Sommer der Blutzuckerspiegel schneller steigen, nämlich dann, wenn es zu einem Flüssigkeitsmangel kommt. „Heiße Tage sind Chaostage für den Blutzuckerspiegel. Deshalb sollten Diabetiker im Hochsommer öfter als sonst ihren Blutzuckerspiegel messen. Wer Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck hat sollte zudem ärztlich prüfen lassen, ob die Medikamentendosis angepasst werden muss“, erklärt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein.

Viel Mineralwasser und keinen Alkohol trinken

Wenn sich die Blutgefäße durch die Hitze weiten, dann sinkt der Blutdruck. Für Diabetiker, die blutdrucksenkende Mittel einnehmen, kann das fatal sein. Denn kommt zum niedrigen Blutdruck ein Flüssigkeitsmangel hinzu, dann steigt das Risiko für einen Kreislaufkollaps. Sie sollten mit ihrem Arzt abklären, ob die Medikamentendosis angepasst werden muss. Regelmäßiges Trinken ist deshalb wichtig, am besten Mineralwasser. Auf Alkohol sollten Diabetiker im Hochsommer besser verzichten. Hillebrandt: „Alkohol sorgt für einen zusätzlichen Wasserverlust. Außerdem ist bereits ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille die Zuckerfreisetzung aus der Leber gestört, so dass eine Unterzuckerung drohen kann.“

Regelmäßiger Sport verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen

Nordic Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen sind laut Barmer ideale Sportarten für Diabetiker. Denn mit einer Mischung aus Kraft- und Ausdauertraining lässt sich der Blutzuckerspiegel senken und die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessern. Da dieser Effekt nach 48 Stunden wieder nachlässt, ist regelmäßiger Sport wichtig. Im Hochsommer sollte dieser in die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden, um Flüssigkeitsverlust und Unterzuckerung zu vermeiden.

Zittern kann ein Zeichen für eine Unterzuckerung sein

Auch beim Schwimmen im Badesee sollten Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel im Blick haben. „Viele unterschätzen, wie hoch der Energieverbrauch beim Schwimmen ist. Symptome wie Zittern werden irrtümlicher Weise der niedrigen Wassertemperatur zugeschrieben, dabei sind sie ein Zeichen für Unterzuckerung“, so Hillebrandt. Mit Snacks oder Traubenzucker könne einer spontanen Unterzuckerung entgegengewirkt werden. Ihr Mess- und Insulinbesteck sollten Diabetiker immer mit zum Badeausflug nehmen. Da Insulin hitzeempfindlich ist, sollte es in einer Kühlbox, Kühltasche oder Thermosflasche transportiert werden. Auch Blutzuckermessgeräte, Insulin-Pens oder Teststreifen sollten vor Hitze geschützt und keinesfalls im Auto liegengelassen werden. Beschädigtes Insulin ist meistens an einer Eintrübung oder Ausflockung zu erkennen.

Nach oben