Pressemitteilungen Schleswig-Holstein

Black Week als Black-Out für Zusteller?

Lesedauer unter 1 Minute

Kiel, 24. November 2021 – Rabatte locken tausende Menschen in der Black Week zum Online-Shopping. Briefträger, Paketboten und Kurierfahrer geraten angesichts der daraus resultierenden Paketberge unter Druck, was sich auch gesundheitlich bemerkbar macht: So sind Beschäftigte der Post- und Zustelldienste laut Auswertungen der Barmer überdurchschnittlich lange krankgeschrieben. In Schleswig-Holstein waren sie im Vorjahr durchschnittlich 32,5 Tage arbeitsunfähig gemeldet. Zum Vergleich: Berufsübergreifend waren Beschäftigte im nördlichsten Bundesland im gleichen Zeitraum 18,1 Tage arbeitsunfähig gemeldet.

„Briefträger, Paketboten und Kurierfahrer fehlten im Jahr 2020 fast 80 Prozent länger als Beschäftigte anderer Berufe. Das entspricht einem Krankenstand von 8,9 Prozent und bedeutet, das von 1.000 Beschäftigten dieser Berufsgruppe täglich 89 krankheitsbedingt ausfielen,“ sagt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer in Schleswig-Holstein. Der allgemeine Krankenstand in Schleswig-Holstein läge dagegen im Jahr 2020 bei 4,96 Prozent.

Rückenschmerzen, Verletzungen, psychische Erkrankungen als Diagnosen

Knapp die Hälfte aller Krankschreibungen (49,8 Prozent) bei Zustellern resultieren aus Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie Verletzungen. Der mit 35,1 Prozent größte Anteil der Fehlzeiten ist auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurückzuführen, die häufig in Form von Rückenschmerzen auftreten. Mit 14,7 Prozent mahnen Verletzungen wie Frakturen, Zerrungen oder Schürfwunden ebenfalls einen erheblichen Teil der Krankschreibungen aus. Bei 15,2 Prozent der Fehltage ist hingegen eine psychische Erkrankung ursächlich.

„Dass Zusteller in vielen Fällen aufgrund einer psychischen Erkrankung krankgeschrieben sind, ist alarmierend. Stress und Zeitdruck im Job könnten eine Ursache dafür sein“, sagt Dr. Bernd Hillebrandt. Weniger überraschen dürften die vielen Fehltage aufgrund von Rückenschmerzen und Verletzungen. Um Paketfahrer dennoch zu entlasten, könne man beispielsweise beim Online-Einkauf darauf achten, dass möglichst viele Artikel in einer Bestellung zusammengefasst werden. „Eine kleine Hilfe könnte auch sein, dem Zusteller bei der nächsten Lieferung ein paar Schritte entgegenzugehen“, so Hillebrandt.

Kontakt für die Presse:

Torsten Nowak
Pressesprecher Barmer Schleswig-Holstein
Telefon: 0800 333 004 656-631
E-Mailpresse.sh@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_SH

Nach oben