Pflichtgefühl, Rücksichtnahme, Angst: Zwei Drittel gehen auch krank zur Arbeit

Kiel, 02. Mai 2018 – 67 Prozent der Berufstätigen sind mindestens einmal krank zur Arbeit gegangen. Dies zeigt eine Befragung im Rahmen der Studie Lebensqualität und Lebenszufriedenheit von Berufstätigen in Deutschland, die von der Universität St. Gallen im Auftrag der Barmer durchgeführt wurde. 65 Prozent der Befragten gaben an, dies aus Pflichtgefühl getan zu haben, 50 Prozent nahmen Rücksicht auf Kollegen und 28 Prozent waren der Meinung, kein anderer könne die eigene Arbeit machen. Angst vor negativen Konsequenzen oder vor Arbeitsplatzverlust gaben zusammen 30 Prozent der Befragten an. „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wie weit der sogenannte Präsentismus, also zur Arbeit zu gehen, obwohl man sich krank fühlt, verbreitet ist. Aus medizinischer und volkswirtschaftlicher Sicht ein Verhalten, das reduziert werden muss“, erklärt Dr. Bernd Hillebrandt, Landesgeschäftsführer der Barmer für Schleswig-Holstein. Wie die Auswertungen weiter zeigen, weisen Frauen mit 72 Prozent einen höheren Präsentismus-Wert auf als Männer mit 62 Prozent.

Dominoeffekt vermeiden

„Leichte Kopfschmerzen müssen einen nicht gleich davon abhalten, arbeiten zu gehen. Doch wer stark erkältet ist oder sogar Fieber hat, verzögert meist den Heilungsverlauf und riskiert möglicherweise Folgeschäden, wenn er zu früh an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt“, warnt Hillebrandt. Die Arbeitnehmer würden also umso länger ausfallen. „Und dann gibt es da ja häufig noch die Ansteckungsgefahr, die in der Firma zu einem Dominoeffekt mit weiteren Ausfällen führen kann“, ergänzt der Kassenchef. Im Gegensatz zum krankheitsbedingten Präsentismus steht der therapeutische Präsentismus. Von Letzterem spricht man, wenn die Beschäftigten aus medizinischen Gesichtspunkten auf ausdrückliche Empfehlung des Arztes arbeiten gehen.

Gesundheitskompetenz verbessern reduziert Kosten

Viele Studien deuten darauf hin, dass Präsentismus ein bedeutender, aber häufig unterschätzter Kostenfaktor für die Unternehmen ist. Die damit verbundenen Produktivitätsverluste werden zum Teil deutlich höher als bei krankheitsbedingten Fehlzeiten angegeben. Hier könne mehr Information und Aufklärung helfen: „Die genannten Hauptgründe für Präsentismus zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter verbessert werden muss. Denn je verantwortungsbewusster die Beschäftigten mit ihrer Gesundheit umgehen, desto weniger ist Präsentismus ein Problem. Dabei stehen insbesondere auch Führungskräfte in der Verantwortung“, so Hillebrandt. Mit einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement können Unternehmen die wirtschaftlichen Herausforderungen besser meistern. Das Barmer Firmenangebot Gesundheit bietet dazu zahlreiche Hilfestellungen. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.barmer.de/f000010.

Webcode dieser Seite: p009402 Autor: Barmer Erstellt am: 02.05.2018 Letzte Aktualisierung am: 02.05.2018
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