Das Bild zeigt eine Frau, die im Bett liegt und nicht schlafen kann. Vor ihr steht ein Wecker, der anzeigt, dass es 4 Uhr ist.
Pressemitteilungen 2026 Sachsen

276.000 in Sachsen schlafen schlecht - Ursache ist nicht die Zeitumstellung

Lesedauer weniger als 4 Min
  • 6,8 Prozent der Sachsen haben eine diagnostizierte Schlafstörung.
  • Die Betroffenenrate ist von 2010 bis 2024 um mehr als 60 Prozent angestiegen.
  • Ältere sind öfter als Jüngere, jedoch beide Geschlechter gleichermaßen betroffen.
  • Die Betroffenenrate allein bei den Zehn- bis 19-Jährigen mit einer ärztlich diagnostizierten Schlafstörung ist um 25 Prozent gestiegen.
  • Eine Schlafstörung ist keine Lappalie, sie kann gesundheitliche Folgen haben.
  • Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen: „Eine Schlafstörung ist eine Erkrankung. Sie entsteht allerdings nicht dadurch, dass die Uhr einmal im Jahr um eine Stunde vorgestellt wird.“

Dresden, 27. März 2026 - Von einer Schlafstörung ist die Rede, wenn Menschen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten schlechter, weniger oder unregelmäßiger schlafen als normal und das Problem nicht durch eine schlechte Schlafumgebung verursacht wird. Außerdem muss das Schlafdefizit die Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden der Betroffenen am Tag spürbar beeinträchtigen. Und das ist laut BARMER-Arztreport bei rund 6,8 Prozent der Einwohner Sachsens der Fall. Innerhalb des Jahres 2024 wurde bei fast 276.000 Personen eine Schlafstörung diagnostiziert. Im Jahr 2010 waren es etwa 177.000. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, Ältere öfter als Jüngere.

Allerdings zeigen die Auswertungen auch, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene unter Schlafstörungen leiden. Zwischen 2010 und 2024 hat sich allein die Zahl der Zehn- bis 19-Jährigen mit einer ärztlich diagnostizierten Schlafstörung von rund 2.100 auf fast 4.000 nahezu verdoppelt. Die Betroffenheit in der Altersgruppe stieg von 0,8 auf 1,0 Prozent. 

1 Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen

Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen

„Eine Schlafstörung ist keine Lappalie“, sagt die Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen, Dr. Claudia Beutmann. „Schlafstörungen können bereits bei Kindern und Jugendlichen langfristig die körperliche und geistige Entwicklung negativ beeinflussen, was sich unter anderem in einem höheren Risiko für psychische Störungen und in schlechteren Schulleistungen niederschlagen kann.“  Zudem schwäche permanenter Schlafmangel das Immunsystem und das begünstige Infektionskrankheiten. Die Ursachen für Schlafstörungen bei Jugendlichen ähnelten oft denen von Erwachsenen. Zu den häufigsten Auslösern gehörten Stress, Angst, unregelmäßige Schlafenszeiten oder die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Schlafengehen. Eine Schlafstörung könne aber auch ein Anzeichen für eine Depression sein.

Dagegen habe die Zeitumstellung, die uns am Wochenende bevorsteht, nichts damit zu tun. „Eine Schlafstörung ist mehr als nur eine lästige Begleiterscheinung – sie ist eine belastende Erkrankung, die Menschen im Alltag tief trifft. Daran schuld ist die Zeitumstellung allerdings nicht. Allein, dass die Uhr eine Stunde vor oder zurück gestellt wird, verursacht keine Schlafstörung. Dennoch greift diese Umstellung spürbar in unseren empfindlichen Biorhythmus ein. Für all jene, die ohnehin schon mit schlaflosen Nächten kämpfen, kann sie deshalb eine zusätzliche Belastung darstellen“, sagt die BARMER-Chefin.

Kontakt für die Presse:

Claudia Szymula
Pressesprecherin Barmer Sachsen
Telefon: 0800 333 004 152231
E-Mail: presse.sn@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_SN

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren