BARMER-Arzneimittelreport: Grippeschutz bei über 60 Jährigen unzureichend
Zentrale Ergebnisse des Arzneimittelreports:
- 2023 ließen sich in Sachsen nur 47,5 Prozent der über 60-Jährigen gegen Grippe impfen. Das liegt unter den Quoten von 2020 bis 2022 und weit unter dem WHO-Ziel von 75 Prozent.
- Mehr als die Hälfte der besonders gefährdeten Personen, wie Pflegebedürftige oder Herzinfarktpatienten, blieb ungeimpft.
- Die seit 2022 mögliche Impfung in Apotheken spielt kaum eine Rolle: Nur 0,5 Prozent der Grippeschutz-Impfungen fanden dort statt.
- Dr. Claudia Beutmann mahnt an: „Gerade bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen ist eine Influenzaimpfung wichtig.“
Dresden, 24. Februar 2026 – In Sachsen bleibt die Grippeimpfquote hinter internationalen Zielen zurück, wie der aktuelle BARMER-Arzneimittelreport zeigt. Besonders alarmierend ist der unzureichende Schutz von Risikogruppen. Ältere und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, ebenso wie Patienten in Pflegeeinrichtungen oder nach einem Herzinfarkt. Laut BARMER-Report erhielten 2023 über die Hälfte dieser BARMER-Versicherten keine Impfung. „Eine Grippeimpfung kann Leben retten. Bei Herzpatientinnen und -patienten verbessert sie nachweislich die Überlebenschancen. Dennoch werden wichtige Empfehlungen oft nicht konsequent umgesetzt“, sagt Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen.
Dr. Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen
„Internationale Fachgesellschaften empfehlen die Grippeimpfung inzwischen ausdrücklich als festen Bestandteil der Vorsorge für Herzpatienten. Doch dieses Wissen ist offenbar noch nicht überall im Alltag angekommen“, sagt Dr. Beutmann. „Hausärztinnen und Hausärzte haben eine besondere Verantwortung, darüber aufzuklären.“
Impfung in Apotheken ohne großen Effekt
Obwohl Apotheken seit 2022 ebenfalls impfen dürfen, verbessert das die Gesamtquote bislang kaum. 99,5 Prozent der Impfungen erfolgen weiterhin in Arztpraxen. So attraktiv das Angebot der Grippeimpfung in der Apotheke für einzelne Versicherte sein möge, das Problem der dramatisch zu niedrigen Impfquoten löse es nicht, so BARMER-Chefin Dr. Beutmann.
Pflegebedürftige oft ungeimpft
Der BARMER-Arzneimittelreport zeigt, dass das WHO-Ziel von 75 Prozent auch bei Pflegebedürftigen ab 60 Jahren deutlich verfehlt wird. In stationären Pflegeeinrichtungen waren bundesweit zuletzt 48,9 Prozent geimpft, bei häuslich Pflegebedürftigen 45,6 Prozent. Erstaunlich: Pflegebedürftige ab 70 Jahren wurden seltener geimpft als gleichaltrige Nicht-Pflegebedürftige. Dr. Beutmann: „Gerade bei Pflegebedürftigen müssen wir besser werden, um sie vor vermeidbaren Risiken zu schützen.“
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