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Barmer besucht Rettungsleitstelle im Harz

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Die Barmer setzt für eine Neuaufstellung des Rettungsdienstes in Sachsen-Anhalt ein. „Nach den Koalitionsverhandlungen muss eine Bestandsaufnahme erfolgen: Wie viele Leitstellen und Rettungswachen sind tatsächlich notwendig und wie sind diese ausgestattet? Es wird Zeit, dass der Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt für das 21. Jahrhundert aufgestellt wird und Digitalisierungspotenziale konsequenter genutzt werden“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt. Zwischen Arendsee und Zeitz gibt es aktuell 13 Leitstellen. In anderen Bundesländern wurden bereits Leitstellen zusammengelegt. „Für einheitliche, hohe Qualitätsstandards, eine gute Personalausstattung und eine gute technische Ausrüstung wäre die Reduzierung der Leitstellenanzahl im Land geboten. Nur so können der Brand- und Katastrophenschutz und der Rettungsdienst aufgaben- und kostenteilig weiterhin unter einem Dach agieren“, sagt Wiedemann. Im 21. Jahrhundert müsse der Rettungsdienst auf Grundlage der Digitalisierung in der Leitstellentechnik, bei den Rettungsmitteln und der Datenübermittlung konsequent umgestellt werden. Insgesamt müssten auch die Krankenhausplanung und die Planung des Rettungsdienstes stärker verzahnt erfolgen, so der Landeschef der Barmer.

Austausch mit Rettungsdienst und Feuerwehr

Angesichts dieser Forderungen hat die Leitstelle des Landkreises Harz die Barmer Landesvertretung Sachsen-Anhalt zu einem Vor-Ort-Besuch in Halberstadt eingeladen. Wiedemann tauschte sich dazu intensiv mit Michael Werner, Eigenbetriebsleiter Rettungsdienst, und dessen Team sowie mit Landesfeuerwehrverbandschef Kai-Uwe Lohse aus. Thematisiert wurde unter anderem, warum die Rettungsfristen zum Teil nicht eingehalten werden, wie die Leitstelle technisch ausgestattet ist und wie smartphonebasierte Ersthelfer die Rettungskette ergänzen könnten.

Wie kann die Rettungskette ergänzt werden?

Dabei werden medizinisch qualifizierte Ersthelfer, die sich zufällig in der Nähe des Einsatzortes befinden, zusätzlich zum Rettungsdienst aktiviert, zum Beispiel Ärzte, Feuerwehrkräfte, Mitarbeiter des THW und der DLRG, Krankenpfleger, Medizin-Studenten oder Arzthelferinnen. Sie werden von der Leitstelle nach Wahl des Notrufs 112 durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones geortet und automatisch per App parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Durch die örtliche Nähe sind sie oft zügiger am Einsatzort sein als der Rettungsdienst. Die Ersthelfer können damit viel schneller mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen als der Rettungsdienst. Die Barmer setzt sich dafür ein, dass alle Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt das Modell etablieren. In der Leitstelle des Landkreises Harz zeigte man sich durchaus offen für eine solche Ergänzung. Doch leider seien entsprechende Bemühungen in den vergangenen Jahren daran gescheitert, dass die finanziellen Mittel dafür nicht bewilligt worden seien, erklärten die Mitarbeiter.

Zwei Personen stehen oben im Korb auf einer Drehleiter eines Einsatzfahrzeuges und schauen in die Kamera.

Drehleiter vorgeführt

Im Anschluss an den Besuch in der Leitstelle schaute sich Wiedemann den gemeinsamen Standort der Rettungswache und der Ortsfeuerwehr in Blankenburg an. Ortswehrleiter Dr. Alexander Beck führte dabei den Einsatz der Drehleiter vor, die häufig zum Einsatz kommt, wenn Patientinnen und Patienten bei Rettungseinsätzen aus hohen oder engen Gebäuden gerettet werden müssen.

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