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Barmer ruft zur Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen in Sachsen-Anhalt auf

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Magdeburg, 9. Juni 2021 – Die Barmer fordert für die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt einen strukturellen Wandel im Zusammenspiel von Land, Kostenträgern, Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. „Die Corona-Pandemie hat uns in den vergangenen Monaten eindrucksvoll vor Augen geführt, wie leistungsfähig unser Gesundheitssystem ist. Doch mit Blick auf die demografische Entwicklung und den Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt wird schnell deutlich, dass neben der Bewältigung der Pandemie weiterhin große Aufgaben anstehen. Die Strukturen unseres Gesundheitssystems müssen optimiert werden“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt. Nur wenn die unterschiedlichen Versorgungsbereiche – stationär, ambulant und in der Pflege – enger miteinander verzahnt würden, sei künftig eine optimale, qualitativ hochwertige medizinische Behandlung möglich, so Wiedemann. „Deshalb ist ein Systemwechsel hin zu einem stärker auf Kooperation basierenden Gesundheitswesen dringend notwendig. Es geht um Effizienz und eine höhere Qualität, das schaffen wir mit der sektorenübergreifenden Versorgung. Dafür braucht es eine engere Zusammenarbeit und Vernetzung aller Akteure mit dem gemeinsamen Fokus auf Qualität und Nutzen für Patientinnen und Patienten.“

Fehlanreize auf Kosten der Solidargemeinschaft

Die Nachteile des nach Sektoren gegliederten Gesundheitssystems werden bereits seit Jahren analysiert. „Medizinische Leistung sollte stets da erbracht werden, wo es am sinnvollsten ist und nicht da, wo es am meisten Geld bringt“, sagt der Chef der Barmer in Sachsen-Anhalt und betont in diesem Zusammenhang, dass das „Geld der Krankenkassen“ letztlich das Geld der Versicherten und Arbeitgeber ist. Inakzeptabel ist nach Ansicht von Wiedemann, dass für gleiche Leistungen unterschiedliche Bedingungen bei Zugang, Vergütung, Qualität und Leistungsdefinition bestehen. Denn das schaffe Fehlanreize auf Kosten der Solidargemeinschaft. Vieles, was einst aufwendig im Krankenhaus behandelt werden musste, ist mittlerweile ambulant machbar – bis hin zu bestimmten Operationen. „Eine sektorenübergreifende Versorgung kann aber nur dann ohne Reibungsverluste funktionieren, wenn es für gleiche Leistungen auch eine gleiche Vergütungssystematik gibt“, sagt Wiedemann. Für bestimmte Leistungen der allgemeinen fachärztlichen ambulanten Versorgung sowie der Grund- und Regelversorgung im Krankenhaus solle deshalb eine gleichwertige Vergütung entwickelt werden. Damit werde es unerheblich, wo die Patientinnen und Patienten versorgt würden. Die einheitliche Vergütung müsse neu konzipiert und kalkuliert werden, so Wiedemann.

Appell an die künftige Landesregierung

Mit ihren Positionen appelliert die Barmer an die künftige Landesregierung in Sachsen-Anhalt, eine aktive und sektorenübergreifende Versorgungsplanung in den Koalitionsvertrag mit aufzunehmen. „Bestehende Landesgremien müssen intensiver genutzt werden, es braucht mehr aktiven gesundheitspolitischen Gestaltungswillen. Denkbar sind beispielsweise Gesundheitsregionen, auch über Landesgrenzen hinaus, in denen ambulante und stationäre Versorgung einheitlich geplant und gemeinschaftlich umgesetzt werden“, so Axel Wiedemann. Es bleibe keine Zeit, um auf Gesetzesänderungen auf Bundesebene zu warten. Sachsen-Anhalt könne auf diese Weise eine bundesweite Vorreiterrolle einnehmen und den strukturellen Wandel im Gesundheitswesen zukunftsorientiert vorantreiben. 

Kontakt für die Presse:

Annemarie Söder
Pressesprecherin Barmer Sachsen-Anhalt
Telefon: 0391 56938340
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