Pflegebedarf in Sachsen-Anhalt steigt rasant - Barmer fordert zeitgemäße Pflegestrukturplanung
- In Sachsen-Anhalt wächst die Zahl der Pflegebedürftigen so stark wie in keinem anderen Bundesland. Jährlich kommen 2.182 Pflegebedürftige je 100.000 Nicht-Pflegebedürftige hinzu.
- Die Barmer fordert deshalb eine zeitgemäße Pflegestrukturplanung, mit der pflegerische Bedarfe und entsprechende Kapazitäten regional verbindlich geplant werden.
- Der Burgenlandkreis erstellt zukünftig mit einem digitalen Instrument einen Überblick über die aktuelle und zukünftige Pflegestruktur in der Region.
- Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen-Anhalt: „Pflegebedürftige benötigen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu Unterstützungsleistungen. Dafür sind regional klar geplante Pflegekapazitäten notwendig. Sachsen-Anhalt braucht eine moderne Pflegestrukturplanung.“
Magdeburg, 5. März 2026 – In keinem anderen Bundesland werden jährlich so viele Menschen pflegebedürftig wie in Sachsen-Anhalt. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer hervor. Demnach kommen in Sachsen-Anhalt jährlich 2.182 Pflegebedürftige je 100.000 Nicht-Pflegebedürftige hinzu. Das entspricht rund 43.600 Menschen. „Die Pflegebedürftigen brauchen einen schnellen, unbürokratischen Zugang zu Versorgungsleistungen. Dafür müssen pflegerische Bedarfe und entsprechende Kapazitäten regional verbindlich geplant und vom Land gezielt gefördert werden“, sagt Birgit Dziuk, Barmer-Landesgeschäftsführerin in Sachsen-Anhalt. Das Land Sachsen-Anhalt brauche eine zeitgemäße Pflegestrukturplanung. Gemeinsam mit den Kommunen solle der Bedarf der Bevölkerung an pflegerischen Versorgungsangeboten prospektiv erfasst werden.
Burgenlandkreis mit Modellprojekt
Der Burgenlandkreis nimmt sich des Themas im Rahmen des Projekts „Interkommunaler digitaler Pflegezwilling“ an. Mit einem digitalen Instrument will sich der Landkreis einen umfassenden Überblick über die aktuelle Struktur der sozialen Daseinsvorsorge in der Region machen. „Wir wollen schnell und unkompliziert erkennen können, wo konkrete Bedarfe bestehen und an welchen Stellen wir gezielt gegensteuern müssen“, sagt Ulrike Plitsch von der Bildungs- und Sozialplanung des Burgenlandkreises. Ziel sei es, eine integrierte Planung für Pflegestrukturen und Pflegeprävention zu entwickeln, an der der Landkreis gemeinsam mit seinen Gemeinden arbeitet. „In einer sogenannten Zwillingsanwendung sollen relevante Daten digital gebündelt werden, um aktuelle sowie künftige Pflegebedarfe zu erkennen und passende Angebote ableiten zu können. Auch kurzfristige Prognosen und Simulationen, etwa bei Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur oder der regionalen Infrastruktur, sind so möglich“, sagt Lena Elisa Penzlin, ebenfalls verantwortlich für die Bildungs- und Sozialplanung im Burgenlandkreis.
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