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Barmer fordert Neuaufstellung des Rettungsdienstes in Sachsen-Anhalt

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Magdeburg, 25. Mai 2021 – Die festgeschriebenen Rettungsfristen werden in Sachsen-Anhalts Landkreisen seit Jahren immer wieder verfehlt. Deshalb setzt sich die Barmer für eine grundlegende Neuaufstellung des Rettungsdienstes in Sachsen-Anhalt ein. „Nach der Landtagswahl muss die künftige Landesregierung eine Bestandsaufnahme vornehmen: Wie viele Leitstellen und Rettungswachen sind tatsächlich notwendig und wie sind diese ausgestattet? Es wird Zeit, dass der Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt für das 21. Jahrhundert aufgestellt wird und Digitalisierungspotenziale konsequenter genutzt werden“, sagt Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt. Zwischen Arendsee und Zeitz gibt es aktuell 13 Leitstellen.

Andere Bundesländer sind bereits weiter

In anderen Bundesländern wurden bereits Leitstellen zusammengelegt. In Brandenburg gibt es mittlerweile fünf solcher Einrichtungen, auch in Thüringen und Sachsen wurden Leitstellen zusammengelegt. In Sachsen-Anhalt haben bisher nur der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal mit einer gemeinsamen Leitstelle Synergien erschlossen. Eine Option für Sachsen-Anhalt könnte sein, ähnlich zur Struktur der Polizei drei Leitstellen für den Rettungsdienst zu bilden. „Für einheitliche, hohe Qualitätsstandards, eine gute Personalausstattung und eine gute technische Ausrüstung wäre die Reduzierung der Leitstellenanzahl im Land geboten. Nur so können der Brand- und Katastrophenschutz und der Rettungsdienst aufgaben- und kostenteilig weiterhin unter einem Dach agieren“, sagt Wiedemann. Im 21. Jahrhundert müsse der Rettungsdienst auf Grundlage der Digitalisierung in der Leitstellentechnik, bei den Rettungsmitteln und der Datenübermittlung konsequent umgestellt werden. Insgesamt müssten auch die Krankenhausplanung und die Planung des Rettungsdienstes stärker verzahnt erfolgen, so der Landeschef der Barmer.

Zusätzlich auf smartphonebasierte Ersthelfer setzen

Um die Rettungskette zu ergänzen, sollten Sachsen-Anhalts Landkreise und kreisfreien Städte außerdem auf smartphonebasierte Ersthelfer setzen. Dabei werden medizinisch qualifizierte Ersthelfer, die sich zufällig in der Nähe des Einsatzortes befinden, zusätzlich zum Rettungsdienst aktiviert, zum Beispiel Ärzte, Feuerwehrkräfte, Mitarbeiter des THW und der DLRG, Krankenpfleger, Medizin-Studenten oder Arzthelferinnen. Sie werden von der Leitstelle nach Wahl des Notrufs 112 durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones geortet und automatisch per App parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Durch die örtliche Nähe sind sie oft zügiger am Einsatzort sein als der Rettungsdienst. Die Ersthelfer können damit viel schneller mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen als der Rettungsdienst. Beispielsweise setzen bereits 30 Gebietskörperschaften in Deutschland auf das Konzept des Vereins Mobile Retter e.V. Die Barmer plädiert dafür, dass künftig auch in Sachsen-Anhalt flächendeckend smartphonebasierte Ersthelfer zum Einsatz kommen. 

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Annemarie Söder
Pressesprecherin Barmer Sachsen-Anhalt
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