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Reform treibt Zahl der saarländischen Pflegebedürftigen in die Höhe

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  • Laut Hochrechnungen für den Pflegereport ist die Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland vom Jahr 2017 bis zum Jahr 2023 um 84 Prozent gestiegen.

  • Die Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland steigt vor allem infolge der Pflegereform aus dem Jahr 2017 und weniger aufgrund der Alterung der Gesellschaft.

Saarbrücken, 5. März 2026 – Die Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland steigt vor allem infolge der Pflegereform aus dem Jahr 2017 und weniger aufgrund der Alterung der Gesellschaft. Das zeigt der BARMER-Pflegreport, den Autoren der Universität Bremen erstellt haben. Für den Report sind verschiedene Erkrankungen analysiert worden, darunter Krebs, Hirninfarkt, Demenz, Parkinson und Herzschwäche. Demnach ist bei allen Erkrankungen der Anteil der saarländischen Pflegebedürftigen vom Jahr 2017 bis zum Jahr 2023 gestiegen. So legte zum Beispiel der Anteil der Demenzerkrankten mit Pflegegrad aus dem Saarland in diesem Zeitraum von 67,9 Prozent auf 81,4 Prozent zu, während der Anteil der Krebserkrankten mit Pflegegrad aus dem Bundesland von 11,4 Prozent auf 21,9 Prozent stieg. „Hauptgrund für den Anstieg der Pflegebedürftigen ist offensichtlich der seit Januar 2017 geltende neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Er hat zu einer deutlichen Leistungsausweitung geführt“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland, zur Einordnung der Zahlen. Durch die leichtere Inanspruchnahme von Pflegeleistungen seien immer mehr Menschen als pflegebedürftig anerkannt worden und hätten frühzeitig Unterstützung erhalten.

Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland wächst kräftig

Laut Hochrechnungen für den Pflegereport stieg die Zahl der Pflegebedürftigen im Saarland vom Jahr 2017 bis zum Jahr 2023 um 84 Prozent von rund 40.000 auf 73.400. Kamen in dem Bundesland im Jahr 2017 noch 4.028 Pflegebedürftige auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner waren es im Jahr 2023 schon 7.391. Der Anstieg resultiert vor allem aus einem Zuwachs bei den Pflegegraden eins bis drei. So gab es im Jahr 2023 insgesamt 12.200 saarländische Pflegebedürftige mit Pflegegrad eins und damit fast fünf Mal so viele wie im Jahr 2017 (2.600). Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der pflegebedürftigen Menschen aus dem Saarland mit Pflegegrad zwei um 69 Prozent von 17.000 auf 28.800 und die Zahl der pflegebedürftigen Saarländerinnen und Saarländer mit Pflegegrad drei um 89 Prozent von 11.200 auf 21.200. Vergleichsweise moderat war der Anstieg bei den saarländischen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad vier zwischen den Jahren 2017 (6.000) und 2023 (8.200) mit einem Zuwachs von 37 Prozent. Bei den saarländischen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad fünf gab es dagegen im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 3.300 auf 3.100, was einer Abnahme von sechs Prozent entspricht.

Kleis: Das Land muss Pflegebedürftige finanziell entlasten

Zur finanziellen Entlastung der Pflegeversicherung und der Pflegebedürftigen fordert Barmer-Landesgeschäftsführerin Kleis, dass Bund und Länder viel mehr als bisher beitragen müssen: „Nötig sind unter anderem die Übernahme der Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige durch den Bund und die Entlastung der Pflegebedürftigen in den Heimen von Investitionskosten und Kosten der Pflegeausbildung durch die Länder. Da die Pflegebedürftigen bei langsam voranschreitenden Erkrankungen heute früher Pflegeleistungen erhalten können, bleiben sie auch länger im System.“ Um der wachsenden Inanspruchnahme zu begegnen und das politische Versprechen einer Versorgung unabhängig von Versichertenstatus, Einkommen und Wohnort neu mit Leben zu füllen, brauche es ein Primärversorgungssystem, um die Patientenströme bedarfsgerecht zu steuern. „Auch dafür ist die explizite Unterstützung der Pflege und deren Aufwertung als Heilberuf erforderlich. Dabei muss die Entwicklung des Pflegeberufs von der Hilfskraft bis zur akademisierten Pflege im Blick behalten und wo nötig vorangetrieben werden“, betont Kleis. Zudem brauche es perspektivisch eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung, die die Profession Pflege mitdenke und einbinde.

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Boris Wolff
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