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Fünf Jahre Cannabis-Gesetz: Weniger Anträge aber mehr Bewilligungen in Rheinland-Pfalz

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Mainz, 25. März, 2022 – Die Zahl der Cannabis-Verordnungen ist während der Corona-Pandemie zurückgegangen. Die BARMER in Rheinland-Pfalz konnte allerdings laut einer aktuellen Auswertung anteilig mehr Anträge auf Cannabis-Therapien bewilligen. „Im Jahr 2021 haben wir 313 Anträge auf eine Therapie mit cannabishaltigen Arzneimitteln erhalten. Das sind rund 9 Prozent weniger als noch im Vorjahr“, sagt Dunja Kleis Landeschefin der Barmer in Rheinland-Pfalz. Anteilig habe man jedoch im Jahr 2021 rund 4 Prozent mehr Anträge bewilligen können als 2020. „In einem therapeutischen Gesamtkonzept kann Cannabis bei Schwerkranken sinnvoller Teil der Behandlung sein. Aber es ist eben kein Allheilmittel und als Schmerzmittel allein unzureichend. Der Trend spricht für eine zunehmend zielführende und sichere Arzneimittelversorgung. Er zeigt aber auch, dass die anfängliche Begeisterung für Cannabis als Medizin abnimmt“, ergänzt Kleis. Auch in Zukunft seien weitere Studien erforderlich, um die komplexen Wirkmechanismen von Cannabis noch besser zu verstehen und diese in individuelle Behandlungskonzepte zu integrieren. Neben Schmerzen seien Spastiken etwa bei Multipler Sklerose sowie Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Krebsbehandlungen ein häufiges Einsatzgebiet von Cannabis. 

Einsatz von Cannabisblüten bedarf Erfahrung

Laut der Analyse bekamen Barmer-Versicherte in Rheinland-Pfalz seit März 2017 rund 9400 Cannabis-haltige Präparate im Wert von 4,4 Millionen Euro verordnet. Darunter waren 1800 Packungen unverarbeiteter Cannabisblüten. „Für den Einsatz von Cannabisblüten benötigen sowohl die behandelnden Ärztinnen und Ärzte als auch die Patientinnen und Patienten Erfahrung. Sie sind schwer dosierbar, die Wirkung ist nicht ohne Weiteres steuerbar. Zudem ist die übliche Anwendung als Inhalation mit Hilfe von Vaporisatoren für die Patientinnen und Patienten aufwändig“, so BARMER-Landeschefin Kleis. Von einer Anwendung als Tee sei abzuraten, da der Übertritt der Wirkstoffe in das Wasser sehr variabel sei, insbesondere bei falscher Zubereitung. Die Cannabisblüten müssten 15 Minuten am Sieden gehalten werden. Leichter dosier- und anwendbar als Cannabisblüten seien flüssige Cannabisextrakte zum Einnehmen, ein Mundspray oder der isolierte Cannabiswirkstoff Dronabinol in Form von Kapseln oder Tropfen zum Einnehmen.

Kontakt für die Presse:

Boris Wolff
Pressesprecher Barmer Rheinland-Pfalz, Saarland
Telefon: 0800 333 004 452 231
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