Pressemitteilung aus Nordrhein-Westfalen

Woche der Demenz: Selbsthilfegruppen in NRW mit Unterstützung der Barmer digital vernetzt

Lesedauer unter 3 Minuten

Düsseldorf, 22. September 2022 – 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Demenz. Jährlich werden nach Angaben des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW etwa 300.000 Neuerkrankungen registriert. Pro Tag erhalten also mehr als 800 Menschen und deren Angehörige die niederschmetternde Diagnose einer Krankheit, gegen die in der medizinischen Forschung bisher noch kein Durchbruch erreicht wurde. „Insbesondere weil es noch keine die Krankheitsursachen bekämpfende Therapie gibt, brauchen die Betroffenen die größtmögliche Unterstützung“, sagt Dr. Peter Pick, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands, anlässlich der bundesweiten Woche der Demenz vom 19. bis 25. September. Demenz sei sowohl für die Erkrankten als auch für die Angehörigen eine enorme Belastung. „Zur Unterstützung können sich Angehörige an regionale Selbsthilfegruppen wenden. Dort finden Sie wichtige Informationen, Austauschmöglichkeiten und Zuspruch. Allerdings sind diese Selbsthilfeangebote noch nicht in allen Regionen NRWs aufgebaut – vor allem im ländlichen Raum gibt es zu wenige“, so Pick. Diese weißen Flecken auf der Selbsthilfegruppen-Karte Nordrhein-Westfalens sind der Anlass für das Projekt SeDum plus (Selbsthilfe im Bereich Demenz unterstützend ermöglichen) des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften und der Barmer. „Damit wollen wir Erkrankten und deren pflegenden Angehörigen einen kurzen Weg zur Selbsthilfe ermöglichen“, sagt Nancy Kolling, Projektleiterin im Landesverband. „So unterstützen wir beispielsweise beim Aufbau einer neuen Selbsthilfegruppe in Kooperation mit regionalen und kommunalen Partnern.“ Wichtig sei hierbei der Aufbau eines Netzwerkes mit Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern.

Gruppen von Essen bis Remscheid digital vernetzt

Bei SeDum plus stehen neben den pflegenden Angehörigen auch die Moderatorinnen und Moderatoren bestehender Selbsthilfegruppen im Fokus. „So haben wir zum Beispiel unsere digitale Plattform DemenzNet entwickelt. Diese vereinfacht den Austausch unter den Moderatorinnen und Moderatoren aus verschiedenen Regionen“, sagt die Projektleiterin. Bei der Organisation der Gruppen können die Verantwortlichen auf dem digitalen Weg voneinander lernen und profitieren. „Praktische Tipps für Praktikerinnen und Praktiker – von dieser verbesserten Netzwerkarbeit erhoffen wir uns mehr Selbstständigkeit und damit auch mehr Stabilität in den einzelnen Gruppen“, sagt Kolling. Derzeit werden mehr als 20 Selbsthilfegruppen mit Hilfes des Projektes unterstützt. Zu finden sind diese Gruppen unter anderem an folgenden Standorten: Kleve, Hamminkeln, Essen, Heinsberg, Wülfrath, Bedburg, Mechernich, Heiligenhaus, Unna, Remscheid, Uedem, Bottrop, Köln-Chorweiler, Köln-Ronsdorf, Hünxe und Voerde. „Gerne vermitteln wir auch direkt den Kontakt zu den lokalen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern“, ergänzt die Projektleiterin.

BARMER finanziert das Projekt mit rund 520.000 Euro

Aus Sicht des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften und der Barmer ist das seit 2018 laufende Projekt ein Erfolg. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen konnten landesweit mehr als 20 neue Selbsthilfegruppen gegründet werden. „Angesichts der Tatsache, dass in Nordrhein-Westfalen zirka 350.000 Menschen mit Demenz leben, kann das aber nur ein Anfang sein“, sagt Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW. „Im Rahmen unserer Präventionsarbeit sind wir von diesem Projekt absolut überzeugt. Selbsthilfegruppen sind enorm wichtige Anlaufstellen für Betroffene“, so Beckmann. „Erkrankte und Angehörige haben Fragen und Probleme, mit denen sie einfach nicht allein gelassen werden dürfen.“ Seit 2018 finanziert die Barmer das Projekt im Rahmen der Selbsthilfeförderung mit einer Summe von rund 520.000 Euro.

Ansprechpartnerin bei Rückfragen von Interessierten:

Nancy Kolling
Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW
Projektleiterin SeDum plus
Telefon: 0211/240 869 19
E-Mail: kolling@alzheimer-nrw.de

Kontakt für die Presse:

Tobias Klingen
Pressesprecher Barmer Nordrhein-Westfalen
Telefon 0800 333 004 45 11 31
E-Mail: presse.nrw@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_NRW

Nach oben