Krankenhausreport für NRW: Deutlich mehr Klinikfälle von Menschen mit Demenz
Laut Barmer-Krankenhausreport wird die Zahl der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz in Nordrhein-Westfalen von etwa 242.000 im Jahr 2023 auf rund 303.000 im Jahr 2040 ansteigen.
Rund 53 Prozent der an Demenz erkrankten Patientinnen und Patienten im Krankenhaus werden wegen einer akuten Erkrankung, zum Beispiel wegen eines Sturzes, behandelt.
Bei elf Prozent aller Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz kommt es zu einem Delir.
Statement João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW: „Krankenhausaufenthalte von Menschen mit Demenz sollten möglichst vermieden werden. So können beispielsweise gezielte Sturzprävention und telemedizinisches Monitoring helfen, um stationäre Aufnahmen zu vermeiden.“
Düsseldorf, 27.02.2026 – Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen in Nordrhein-Westfalen wird in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Das geht aus dem aktuellen Barmer-Krankenhausreport hervor. Demnach wird die Zahl der Betroffenen von rund 361.000 im Jahr 2023 auf etwa 447.000 im Jahr 2040 steigen. Das entspricht einem Anstieg um knapp 24 Prozent. Außerdem wird die Zahl der Krankenhausfälle von Menschen mit einer Demenz von 242.000 auf 303.000 im Jahr 2040 anwachsen – ein Plus von 25 Prozent. „Für die Betroffenen ist ein Klinikaufenthalt besonders belastend. Das liegt nicht nur an dem ungewohnten Umfeld, in dem sie sich befinden, sondern auch an dem Wechsel der pflegerischen und ärztlichen Versorgung. Deshalb sollten wir Krankenhausaufenthalte von Menschen mit Demenz möglichst vermeiden“, sagt João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der Barmer in Nordrhein-Westfalen.
Wie aus dem Krankenhausreport weiter hervorgeht, war im Jahr 2023 bei rund 53 Prozent der Krankenhausfälle von Menschen mit Demenz ein akuter Notfall – wie zum Beispiel ein Sturz – Anlass der Behandlung. Unter allen Krankenhauspatienten über 65 Jahren lag dieser Anteil mit 36 Prozent deutlich darunter. „Im Bereich der akuten Notfälle von Patientinnen und Patienten mit einer Demenz liegt ein hohes Präventionspotenzial. Mit einer konsequenten Förderung der Mobilität und gezielter Sturzprävention lassen sich Risiken für verletzungsbedingte Klinikaufenthalte deutlich senken“, so Rodrigues. Zum anderen könne der verstärkte Einsatz telemedizinischer Monitoring-Systeme helfen, Verschlechterungen des Gesundheitszustands frühzeitig zu erkennen und entsprechend entgegenzuwirken, um stationäre Aufnahmen zu vermeiden.
Laut Barmer-Report ist die Behandlung von Patienten mit Demenz besonders herausfordernd. Dazu gehört beispielsweise auch das Erkennen eines akuten Verwirrtheitszustands, also eines Delirs. Dieser wird oft übersehen oder für eine „normale“ Verhaltensauffälligkeit bei Demenz gehalten. Dabei handelt es sich um eine eigenständige, potenziell lebensgefährliche Komplikation. Bei drei Prozent aller Krankenhausfälle von Patienten über 65 Jahren kommt es zu einem Delir. Bei Demenzpatienten steigt dieses Risiko auf elf Prozent. „Es braucht spezielle Demenzkonzepte für Kliniken, die die fachliche und menschliche Begleitung Betroffener besonders berücksichtigen. In einem ersten Schritt bedarf es dafür bundesweit einer einheitlichen und evidenzbasierten Definition von Mindeststandards“, so der Landeschef der Barmer.
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