Düsseldorf, 23. Januar 2026 – Ein erfolgreiches Projekt der Barmer in Nordrhein-Westfalen wird es bald bundesweit geben. Die Rede ist vom Arthrose-Versorgungsprogramm „Good Life with osteoArthritis in Denmark“, kurz GLA:D, das die Barmer gemeinsam mit der Deutschen Arzt Management GmbH aus Essen in NRW etabliert hat und nun schrittweise allen Versicherten in Deutschland zugänglich machen wird. Das wissenschaftlich fundierte Konzept, das in der Pilotphase im bevölkerungsreichsten Bundesland von 2022 bis 2025 erfolgreich getestet wurde, richtet sich insbesondere an Menschen mit Knie- oder Hüftarthrose. „Arthrose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates und bringt für viele Betroffene große Einschränkungen im Alltag mit sich. Mit dem Programm GLA:D setzt die Barmer auf ein innovatives, wissenschaftlich belegtes Versorgungskonzept, das die Lebensqualität verbessern und unnötige Operationen vermeiden kann“, sagt João Rodrigues, Landesgeschäftsführer der Barmer in NRW. Bei GLA:D komme eine Kombination aus Präsenztherapie und App-gestützter Begleitung von Patientinnen und Patienten zum Einsatz.
Mehr Selbstkompetenz für Patienten
Das Arthrose-Versorgungsprogramm GLA:D verbinde Informationen zu der Krankheit, gezielte Patientenschulungen und strukturierte Trainings, so Rodrigues. „Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, Betroffene zu mehr Selbstkompetenz zu befähigen sowie stationäre Operationen zu vermeiden oder möglichst hinauszuzögern.“ Teilnehmende Netzwerkärztinnen und -ärzte könnten digital eine Verordnung für Patienten ausstellen. Sollte sich keine teilnehmende Arztpraxis in der Nähe befinden, gebe es auch die Möglichkeit, eine Verordnung von einer Online-Arztpraxis zu erhalten. Anschließend wählten Betroffene dann individuell eine GLA:D-Physiotherapiepraxis aus und starteten dort mit dem Programm.
Volksleiden Arthrose betrifft Millionen
Wie wichtig Unterstützung bei der Versorgung von Arthrose ist, belegen Daten des Barmer-Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg). Demnach litten im Jahr 2024 bundesweit mehr als 6,3 Millionen Menschen erwiesenermaßen an einer Kniegelenksarthrose und mehr als 3,7 Millionen an einer Hüftgelenksarthrose. Das entspricht etwa 7,6 beziehungsweise 4,5 Prozent der deutschen Bevölkerung. In Nordrhein-Westfalen liegen die Anteile bei 7,7 (Knie) beziehungsweise 4,2 Prozent (Hüfte). „Die tatsächlichen Zahlen der Betroffenen dürften noch einmal deutlich höher sein, weil in den Daten lediglich Personen erfasst sind, die medizinische Hilfe aufgrund ihrer Arthrose-Erkrankung in Anspruch genommen haben“, sagt der Barmer-Landeschef.
Bundesweiter Roll-Out in vier Stufen
„Nach der erfolgreichen Pilotierung bei uns in Nordrhein-Westfalen soll GLA:D nun nach und nach in allen Bundesländern verfügbar sein“, so Rodrigues. In Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Bremen ist das Versorgungskonzept am 1. Januar an den Start gegangen. Im Juli sollen Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern folgen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll GLA:D am 1. Januar 2027 starten. Der Beginn des Konzepts in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Hessen ist für Juli 2027 geplant.
Weitere Informationen zum Arthrose-Versorgungsprogramm GLA:D:
www.glad-deutschland.de