Eine ältere Dame erhält von einer Arzt-Schwester eine Impfung in den linken Oberarm
STANDORTinfo Ausgabe Dezember 2025

BARMER-Arzneimittelreport 2025: Impflücke bei Gürtelrose in Niedersachsen

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In Niedersachsen sind zu wenig ältere Menschen gegen Gürtelrose geimpft. Das zeigt der BARMER-Arzneimittelreport. 

Demnach verfügen im Jahr 2023 nur 25,1 Prozent der niedersächsischen BARMER-Versicherten über 60 Jahren über eine vollständige Impfung gegen diese Krankheit. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Personen ab 60 Jahren diese Impfung, die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. „Die Herpes-zoster-Impfung verringert das Erkrankungsrisiko erheblich. Angesichts der oft schweren Verläufe ist die Impfquote hierzulande zu niedrig“, erklärt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen und Bremen.

Schwere Verläufe möglich

Auch die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung wurden im Arzneimittelreport anhand von Daten über 60-jähriger BARMER-Versicherter in Niedersachsen analysiert. In dieser Gruppe erkrankten 10,2 von 1.000 an Gürtelrose, was bei ihnen zu einem für diese Erkrankung typischen bandförmigen, sehr schmerzhaften Hautausschlag führte. In der gleichen Gruppe litten 0,6 von 1.000 an einer Gürtelrose unter Beteiligung des Auges und 1,2 von 1.000 an postherpetischer Neuralgie, einer Variante mit anhaltenden, starken Nervenschmerzen. „Ich appelliere an alle über 60, die Gürtelrose-Impfung anzunehmen, um sowohl die akute Erkrankung als auch schwerwiegende Folgen zu vermeiden“, sagt Sander.

Erkrankungsrate steigt mit dem Alter deutlich an

Der Arzneimittelreport zeigt, dass vor allem ältere Menschen in Niedersachsen an Gürtelrose erkranken. Während bei den 18- bis 59-Jährigen 6,1 von 1.000 Personen betroffen waren, liegt die Rate bei den 60- bis 69-Jährigen bereits bei 8,5 je 1.000 Personen. Damit sind Menschen ab 60 Jahren rund 40 Prozent häufiger betroffen als jüngere Erwachsene. In den höheren Altersgruppen verschärft sich dieser Trend: Bei den über 80-Jährigen ist die Erkrankungsrate mit 12,2 Fällen je 1.000 sogar doppelt so hoch wie bei den 18- bis 59-Jährigen.

Impfquoten in Hausarztpraxen fallen sehr unterschiedlich aus

Dem Arzneimittelreport zufolge gibt es bei der Herpes-zoster-Impfquote enorme Unterschiede zwischen den Hausarztpraxen. In Niedersachsen reichen die Impfquoten je Praxis von zwei bis 73 Prozent. Das ergibt eine Analyse auf Basis der Impfquoten bei anspruchsberechtigten BARMER-Versicherten. „Stark variierende Impfquoten legen die Vermutung nah, dass nicht in allen hausärztlichen Praxen die Herpes-zoster-Impfung erfolgreich angeboten wird. Die Versicherten sollten sich dringend über die Herpes-zoster-Impfung informieren und ärztlichen Rat einholen“, sagt BARMER-Landeschefin Sander.