Pressemitteilung 2025

Stille Nacht, leuchtender Bildschirm! Welche Anzeichen für Handysucht gibt es?

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Hannover, 23. Dezember 2025 – Wenn an den Weihnachtstagen die Familie zusammenkommt, Kerzen brennen und der Duft von Plätzchen in der Luft liegt, befindet sich ein Gegenstand oft griffbereit auf dem Tisch: das Smartphone. Noch schnell eine Nachricht beantworten, durch soziale Netzwerke scrollen oder Fotos vom Essen posten – kaum eine andere Zeit macht unseren Umgang mit dem Handy so sichtbar wie die Tage rund um Weihnachten. Doch wann wird aus der Gewohnheit eigentlich eine Sucht?

Wann aus Gewohnheit ein Problem wird

„Der Übergang zur Sucht kann schleichend geschehen“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen und Bremen. Gemeint ist damit nicht die bloße Nutzungsdauer, sondern ein ganzes Bündel an Warnzeichen. „Wenn wir mehr Zeit am Handy verbringen, als uns lieb ist, und andere Aktivitäten zunehmend auf der Strecke bleiben, dann verschieben sich eindeutig die Prioritäten.“ Spürbare Beeinträchtigungen im Alltag – etwa schlechtere Leistungen in der Schule, Konflikte in Beziehungen oder wiederholte Kritik im Job – seien weitere Alarmsignale. Von einer echten Verhaltenssucht sprechen Fachleute allerdings erst, wenn mehrere dieser Symptome gemeinsam und über längere Zeit auftreten. Wichtig sei dabei eine klare Abgrenzung: „Die reine Nutzungsdauer ist kein Maßstab für eine Sucht. Die Managerin eines Unternehmens, die ihr Smartphone beruflich ständig nutzt, ist nicht automatisch abhängig.“

Wer beim Weihnachtsessen nervös wird, weil das Handy stummgeschaltet ist, oder selbst im Urlaub nicht abschalten kann, sollte genauer hinschauen. Zu den Warnsignalen zählen auch körperliche Beschwerden. „Unruhe, sobald wir offline sind, oder das Weitermachen trotz offensichtlicher Probleme sind ernst zu nehmen“, sagt Landeschefin Sander. Kopfschmerzen, Nacken- oder Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen könnten ebenfalls Hinweise darauf sein, dass der digitale Konsum aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Weniger Scrollen, mehr Festtage

Was also tun, wenn man gerade zwischen den Jahren merkt, dass der Griff zum Handy zur Gewohnheit geworden ist? Die BARMER-Landeschefin rät zu klaren Regeln: „Klare Zeitgrenzen setzen und Push-Nachrichten ausschalten.“ Auch kleine Veränderungen im Alltag könnten helfen: einen klassischen Wecker statt des Smartphones nutzen, wieder eine Armbanduhr tragen oder das Handy bewusst aus dem Raum legen – nicht nur vom Tisch. Besonders wirkungsvoll sei der bewusste Verzicht in bestimmten Momenten. „In Bus oder Bahn einfach mal aus dem Fenster schauen oder sogar ein Konzert ohne Smartphone genießen. Und nicht sofort auf jede Nachricht antworten – das gibt Freiheit und reduziert Stress“, so Sander.

Kontakt für die Presse:

Julia Franz
Pressesprecherin Barmer Niedersachsen, Bremen
Telefon: 0800 33 30 04 65 4431
E-Mail: julia.franz@barmer.de