Jede Fünfte in stationärer Behandlung: Weniger und kürzere Klinikaufenthalte in Niedersachen

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Hannover, im Januar 2022 – Laut einer Analyse der Barmer gab es im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie einen Einbruch in der Zahl der Krankenhausfälle. Sie sank in Niedersachsen von 207 je 1.000 Versichertenjahre in 2019 auf 179 im vergangenen Jahr. „Dennoch war wieder fast jeder oder jede Fünfte rein rechnerisch in stationärer Behandlung“, berichtet Landesgeschäftsführerin Heike Sander.

Elf Prozent weniger Krankenhaustage

Bei den Krankenhaustagen zeige sich ein ähnliches Bild. Auch hier hätte es im Jahr 2020 in Niedersachsen einen starken Rückgang auf 1.343 Krankenhaustage je 1.000 Versicherten­jahre gegeben, während die Zahl in den Vorjahren recht konstant bei etwa 1.600 Krankenhausta­gen je 1.000 Versichertenjahre läge. Im Jahr 2020 verzeichneten die somatischen Fälle im Land genau 1.000 Krankenhaustage je 1.000 Versicher­tenjahre, dagegen seien es 2019 noch 1.160 Krankenhaustage gewesen. Das entspräche einem Rückgang von elf Prozent. Bei den psychischen Erkrankungen sei die Zahl der Kranken­haustage je 1.000 Versichertenjahre im Jahr 2020 um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Ausgaben für vollstationäre Krankenhausbehandlungen je Versichertenjahr wären im Jahr 2020 in Niedersachsen leicht gesunken. Im Jahr 2019 hätten sie 950 Euro je Versichertenjahr betragen, im Jahr 2020 kämen 922 Euro zusammen.

Diagnosen: Immer wieder die Psyche

Die höchsten Verweildauern hätten „Psychische und Verhaltensstörungen“ und „Krankheiten des Nervensystems und der Sinnesorgane“ beigetragen. Dabei sei insbesondere der Geschlechterunterschied bei den „Psychischen und Verhaltensstörungen“ auffallend. Frauen weisen mit 28,3 Tagen eine deutlich längere Verweildauer auf als Männer mit 22,2 Tagen. Ebenso hätten Frauen in den ICD-Kapiteln „Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems“, „Verletzungen, Vergiftungen“, „Krankheiten der Haut und der Unterhaut“ und „Krankheiten des Verdauungssystems“ „Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde“ längere Verweildauern als Männer. Dagegen hätten Männer in den ICD-10-Kapiteln „Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrank­heiten“, „Krankheiten des Urogenitalsystems“, „Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten“ und „Neubildungen“ längere Verweildauern als Frauen.


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