Jobs in der Kindererziehung machen krank: Psychische Beschwerden sind die Hauptursache

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Hannover, 21. März 2022 – Beschäftigte aus Niedersachsen, die in der Kindererziehung und -betreuung arbeiten, waren im ersten Coronajahr länger krankgeschrieben als der Durchschnitt aller Erwerbstätigen. Das zeigt der Barmer-Gesundheitsreport, der das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in 26 Berufsgruppen im Jahr 2020 untersucht hat. Demnach waren Beschäftigte, die in der Kindererziehung und -betreuung arbeiten, im Schnitt 25,8 Tage arbeitsunfähig. Über alle Berufe hinweg zählte die Barmer in Niedersachsen 18,0 Arbeitsunfähigkeitstage. „Die Beschäftigten in der Kindererziehung und -betreuung sind vor allem seelisch belastet. Mit 24,4 Prozent gehen fast ein Viertel der Fehltage auf das Konto der psychischen Erkrankungen. Die Arbeit mit Kindern ist sehr fordernd und bringt eine hohe Verantwortung mit sich. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie dürften die Belastungen unter anderem durch die Umsetzung von Hygienekonzepten und Notbetreuungen weiter gestiegen sein“, sagt Barmer-Landesgeschäftsführerin Heike Sander. Auch der Krankenstand sei in dieser Branche überdurchschnittlich hoch. Er habe in Niedersachsen bei 7,1 Prozent gelegen. Das bedeute, dass von 1.000 Beschäftigten dieser Berufsgruppe täglich 71 krankheitsbedingt im Job gefehlt hätten. Der landesweite Krankenstand habe bei fünf Prozent gelegen.

Krankschreibungen wegen COVID-19 spielten untergeordnete Rolle

Die Coronapandemie hat das Krankheitsgeschehen in der Branche Kindererziehung und -betreuung kaum beeinflusst. Laut der Barmer in Niedersachsen entfielen im Jahr 2020 nur etwa 0,2 Prozent der gemeldeten Fehltage auf die Diagnose Covid-19. Heike Sander: „Allerdings waren die Kitas im ersten Coronajahr auch für Monate geschlossen, Eltern haben ihre Kinder zu Hause betreut. Dass es dadurch zu weniger Ansteckungen gekommen ist, ist naheliegend. Aber wir können nicht sagen, in welchem Ausmaß das Infektionsgeschehen dadurch beeinflusst wurde.“ Laut Barmer-Gesundheitsreport seien in Niedersachsen im Jahr 2020 fast 75.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Berufen der Kinderbetreuung und -erziehung tätig gewesen.


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Michael Erdmann
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