Pressemitteilungen aus Niedersachsen und Bremen

Diagnose Nr. 1: Bluthochdruck

Lesedauer unter 3 Minuten

Hannover (19.04.2016) Laut aktuellem Barmer GEK Arztreport war die häufigste Einzeldiagnose im Jahr 2014 der Bluthochdruck mit einem Bevölkerungsanteil von 28,2 Prozent. Tendenz leicht steigend, im Vorjahreszeitraum waren es noch 27,9 Prozent. "Mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet demnach an Bluthochdruck, das gilt natürlich auch für Niedersachsen und Bremen", bestätigt Landesgeschäftsführerin Heike Sander. Denn nach der aktuellen Hochrechnung der Kasse dürften von der Diagnose Hypertonie rund 2,2 Millionen Menschen im Land betroffen sein, rund 1,06 Millionen Männer und 1,13 Millionen Frauen.

Regional betrachtet bedeutet dies für die großen Städte:
Hannover: circa 145.000 Betroffene
Bremen: circa  186.000 Betroffene
Braunschweig: circa 69.000 Betroffene
Wolfsburg: circa 34.000 Betroffene
Osnabrück: circa 44.000 Betroffene
Oldenburg: circa 45.000 Betroffene
Göttingen: circa 33.000 Betroffene
Lüneburg: circa 20.000 Betroffene

Alterserscheinung?

"Hoher Blutdruck? Das hat doch beinahe jeder, der älter als 50 ist. Damit kann man alt werden. Das stimmt. Bei nahezu jedem zweiten über 50-Jährigen ist der Blutdruck erhöht. Lange Zeit nahm man daher an, es handele sich um eine unvermeidliche Alterserscheinung. Bei den meisten Menschen trifft das jedoch nicht zu", warnt Sander. Ausschlaggebend für die Höhe des Blutdrucks ist vielmehr die Lebensführung: wie sich jemand ernährt, ob er oder sie regelmäßig und ausreichend körperlich aktiv ist, wie viel Gewicht die Waage anzeigt und ob geraucht wird. Richtig ist, dass man alt werden kann, obwohl die Ärztin oder der Arzt einen erhöhten Blutdruck festgestellt hat. Dafür sollte dieser hohe Blutdruck aber sinken. Nur wenn der Blutdruck regelmäßig unter 130/85 mmHg liegt, entspricht das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung dem Durchschnitt der Menschen in den industrialisierten Ländern. Bei denjenigen, die einen höheren Blutdruck nicht senken, sieht das anders aus. Hoher Blutdruck ist nämlich ein bedeutender Risikofaktor für Krankheiten, die in der Todesursachenstatistik ganz oben stehen: koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Herzschwäche. Sie nehmen die ersten drei Ränge der Statistik ein. Bis zum Platz zehn folgen noch Schlaganfall und die hochdruckbedingte Herzkrankheit. Auch bei diesen Erkrankungen spielt der hohe Blutdruck eine entscheidende Rolle.

Bluthochdruck - Welche Untersuchungen gibt es?

Die Höhe des Blutdrucks lässt sich leicht mithilfe eines Blutdruckmessgerätes feststellen. Der höhere Wert ist der sogenannte systolische Wert. Er gibt die Druckverhältnisse im Gefäßsystem während der Anspannungs- und Auswurfphase des Herzens wider. Der sogenannte diastolische Wert ist der niedrigere der beiden Messwerte. Er steht für den Druck während der Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens. Die Sicherung der Diagnose erfolgt mit der ambulanten Langzeit-Blutdruckmessung. Dazu trägt der Patient 24 Stunden lang ein Messgerät, das den Blutdruck in regelmäßigen Abständen ermittelt und speichert.

Was kann ich tun?

Aufhören zu rauchen, Ernährung umstellen, Übergewicht abbauen, den Konsum von weniger Stressbelastung – mit einem Bündel von Maßnahmen lässt sich ein erhöhter Blutdruck senken, ohne dass die Pharmazie bemüht werden muss. Diese Maßnahmen sind unter anderem deshalb so wirkungsvoll, weil ihre Effekte ineinandergreifen. Eine Ernährung mit viel Gemüse und Obst hilft, Gewicht abzubauen. Leichter geworden, fällt auch Fitnesstraining leichter. Sportliche Aktivität hilft, Stress abzubauen. All dieses reduziert nicht nur die Gefahren durch den erhöhten Blutdruck. Es wirkt zusätzlich als eigenständiger Schutzfaktor gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Weiterführende Informationen

Robert Koch-Institut (RKI) unter: www.rki.de und in der Barmer GEK Broschüre 'Hohen Blutdruck senken'. Download unter: www.barmer.de/124566

Kontakt für die Presse:

Michael Erdmann
Pressesprecher Barmer Niedersachsen, Bremen
Telefon 0800 33 30 04 65 4432
E-Mailmichael.erdmann@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_NIHB

Nach oben