BARMER-Arzneimittelreport: Grippe-Impfquote bei über 60-Jährigen viel zu gering
Kernergebnisse des Arzneimittelreports
- Deutschland bleibt nach wie vor hinter den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Grippeimpfung zurück. Sechs von zehn Menschen ab 60 Jahren sind im Jahr 2023 nicht gegen Grippe geimpft worden.
- In Niedersachsen lag die Impfquote 2023 bei nur 47,3 Prozent und erreicht damit den niedrigsten Wert seit 2020.
Hannover, 3. März 2026 – Die Influenza-Impfquoten in Niedersachsen bleiben deutlich hinter den internationalen Zielen zurück. Das zeigt der aktuelle Arzneimittelreport der BARMER.
Demnach wurden im Jahr 2023 nur 47,3 Prozent der BARMER-Versicherten in Niedersachsen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft und damit weniger als in den Jahren 2020 bis 2022. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Quote von 75 Prozent. Besonders gefährlich ist die Influenza für Patienten in stationärer Pflege und nach Herzinfarkt. Mehr als die Hälfte dieser Versicherten wurde im Jahr 2023 jedoch nicht gegen Influenza geimpft. „Gerade für vulnerable Gruppen ist eine Influenzaimpfung von zentraler Bedeutung. Studien zeigen, dass Herzpatienten nach einer Impfung unter anderem deutlich bessere Überlebenschancen haben. Dennoch werden die bestehenden Empfehlungen weiterhin nicht konsequent umgesetzt“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Niedersachsen.
Impfung in Apotheken ohne großen Effekt
Obwohl Apotheken seit 2022 ebenfalls impfen dürfen, verbessert das die Gesamtquote bislang kaum. 99,5 Prozent der Impfungen erfolgen weiterhin in Arztpraxen. So attraktiv das Angebot der Grippeimpfung in der Apotheke für einzelne Versicherte sein möge, das Problem der dramatisch zu niedrigen Impfquoten löse es nicht, so BARMER-Chefin Sander.
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Julia Franz
Pressesprecherin Barmer Niedersachsen, Bremen
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