Internationaler Aktionstag für Frauengesundheit am 28. Mai 2022: Frauen öfter krank als Männer

Lesedauer unter 2 Minuten

Hannover, 27.05.2022 – Die Arbeitsunfähigkeitsquote kennzeichnet den Prozentanteil der Versicherten mit mindestens einer Krankschreibung innerhalb eines Kalenderjahres. „Die Auswertung des Barmer Gesundheitsreport für das Jahr 2021 zeigt, dass 48,3 Prozent und damit erstmals unter 50 Prozent unserer niedersächsischen Mitglieder mindestens einmal im Jahr aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig waren. 2020 waren es noch 50,2 Prozent“, sagt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin in Niedersachsen und Bremen. Frauen hätten dabei mit 51,4 Prozent (2020: 52,1 Prozent) eine deutlich höhere Arbeitsunfähigkeitsquote als Männer mit 45,7 Prozent (2020: 47,7 Prozent). Zum Vergleich: In Bremen sind die Zahlen ähnlich. Auch an der Weser seien Frauen mit 47,8 Prozent (2020: 50,8 Prozent) deutlich öfter arbeitsunfähig als Männer mit 39,5 Prozent (2020: 43,2 Prozent).

Berufstätige Frauen stärker belastet als die Männer

„Dieser Befund lässt sich damit erklären, dass in den Berufen mit generell hohen Krankenstandswerten wie Krankenpflegepersonal, Sozialarbeit und im Verkauf meistens Frauen beschäftigt sind“, so Sander. „Verständnis für diesen privaten Rollenkonflikt finden sie im Betrieb häufig leider immer noch nicht“, beklagt Sander. „Viele Vorgesetzte wollen von diesen privaten Sorgen nicht belästigt werden“. Generell seien berufstätige Frauen stärker belastet als die Männer. Der Grund: Sie trügen neben ihrer beruflichen Tätigkeit oft auch immer noch die Haupt-Last des Haushalts, der Betreuung der Kinder bei den Schulaufgaben und der Behördengänge.

Frauen nutzen Kinderkrankengeld häufiger

Außerdem blieben Frauen auch aufgrund von Erkrankungen ihrer Kinder häufiger zu Hause als Männer. Wie aus Barmer-Analysen hervorgeht, herrscht ein deutliches Ungleichgewicht bei Kinderkrankengeldtagen in den Familien. So haben niedersächsische Frauen im vergangenen Jahr insgesamt an rund 65.000 Tagen Kinderkrankengeld in Anspruch genommen. Bei den Männern sind es hingegen nur etwa 25.000 Tage gewesen. „Unsere Analyse zum Kinderkrankengeld zeigt deutlich, dass Frauen in den Familien oftmals noch immer die Hauptlast bei der Kinderbetreuung tragen. Sie bleiben deutlich öfter zu Hause und kümmern sich häufiger um die Kinder als die Männer“, so Sander.

Kontakt für die Presse:

Michael Erdmann
Pressesprecher Barmer Niedersachsen, Bremen
Telefon 0800 33 30 04 65 4432
E-Mailmichael.erdmann@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_NIHB

Nach oben