Grippeschutz bei über 60-Jährigen in MV unzureichend
- 2023 ließen sich in Mecklenburg-Vorpommern nur 48,6 Prozent der über 60-Jährigen gegen Grippe impfen. Die Quote liegt deutlich unter dem WHO-Ziel von 75 Prozent.
- Bundesweit blieb mehr als die Hälfte besonders gefährdeter Menschen ungeimpft – darunter Pflegebedürftige sowie Patientinnen und Patienten nach Herzinfarkt.
- Impfungen in Apotheken spielen bislang kaum eine Rolle. Nur 0,5 Prozent aller Grippeschutzimpfungen wurden dort durchgeführt.
- „Gerade bei Pflegebedürftigen muss die Grippeimpfquote deutlich besser werden, um sie vor vermeidbaren Risiken zu schützen“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern.
Schwerin, 25. Februar 2026 – In Mecklenburg-Vorpommern bleibt die Grippeimpfquote deutlich hinter internationalen Zielen zurück, wie der aktuelle Barmer Arzneimittelreport zeigt. 2023 waren im Nordosten lediglich 48,6 Prozent der über 60-jährigen Barmer-Versicherten gegen Influenza geimpft. Besonders alarmierend ist der unzureichende Schutz bei Risikogruppen wie Älteren, chronisch Kranken oder Pflegebedürftigen. So fiel die Impfquote bei den 60- bis 64-Jährigen im Land mit 29,1 Prozent besonders niedrig aus. Erst ab 80 Jahren steigen die Werte auf über 60 Prozent. Damit wird das WHO-Ziel von 75 Prozent jedoch auch in den höheren Altersgruppen weiterhin deutlich verfehlt.
„Die Grippeimpfung kann Leben retten. Offenbar nehmen viele Menschen diese Schutzmaßnahme als nicht als notwendig wahr“, kritisiert Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern. Im bundesweiten Vergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern auf Platz vier. Die höchste Grippeimpfquote hat Sachsen-Anhalt mit 55,2 Prozent, gefolgt von Brandenburg (52,3 Prozent) und Berlin (49,4 Prozent).
Zu wenig Pflegebedürftige gegen Grippe geimpft
Wie aus dem Barmer-Report weiter hervorgeht, wird das WHO-Ziel auch bei Pflegebedürftigen ab 60 Jahren nicht erreicht. Bundesweit waren zuletzt 48,9 Prozent der Pflegebedürftigen im Pflegeheim und 45,6 Prozent der Pflegebedürftigen in der Häuslichkeit geimpft. Pflegebedürftige ab 70 Jahren wurden insgesamt sogar seltener geimpft als gleichaltrige Menschen ohne Pflegebedarf. „Gerade für Pflegeheimbewohnende kann eine Grippe lebensbedrohlich sein. Hier müssen wir dringend nachbessern“, sagt Kutzbach. Auch bei der Risikogruppe der Patientinnen und Patienten nach Herzinfarkt fällt die Impfquote deutlich zu niedrig aus. Obwohl Fachgesellschaften die Influenza-Impfung zur Vorsorge dringend empfehlen, hat weniger als die Hälfte der Betroffenen den Schutz.
Impfungen in Apotheken ohne großen Effekt
Seit 2022 dürfen Apotheken ebenfalls gegen Influenza impfen. Seitdem hat sich die Gesamtquote jedoch nicht verbessert und der Großteil der Impfungen (99,5 Prozent) erfolgt weiterhin in Arztpraxen. So attraktiv das Angebot der Grippeimpfung in der Apotheke für einzelne Versicherte sein möge, das Problem der dramatisch zu niedrigen Impfquoten löse es nicht, so Barmer-Landeschef Kutzbach. Er appelliere an alle Risikogruppen, sich zum Schutz der eigenen Gesundheit, saisonal gegen Grippe impfen zu lassen.
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