Frauen häufiger wegen Corona krankgeschrieben

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Schwerin, 23. Februar 2022 – Im vergangenen Jahr waren in Mecklenburg-Vorpommern durchgängig mehr Frauen als Männer wegen Corona krankgeschrieben. Das geht aus einer aktuellen Analyse des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) hervor. Demnach waren unter den Versicherten der Krankenkasse in der 51. Kalenderwoche 538 Frauen und 300 Männer aus Mecklenburg-Vorpommern mit Anspruch auf Krankengeld wegen Corona arbeitsunfähig. Das entspricht 86 Frauen und 62 Männern je 10.000 potenziellen Krankengeldbeziehenden. „Frauen arbeiten häufiger in sozialen Berufen als Männer, etwa in der Pflege. Das ist ein Grund dafür, dass sie häufiger mit dem Coronavirus in Kontakt kommen und daran erkranken“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER in Mecklenburg-Vorpommern. Eine weitere Ursache für mehr Corona-Infektionen bei Frauen sei, dass sie häufiger in der Familie die Pflege von erkrankten Personen übernehmen würden.

Im Nordosten bis zu 350 Krankschreibungen pro Woche

Wie aus der Analyse des bifg weiter hervorgeht, waren in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021 pro Woche durchschnittlich 350 BARMER-Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld wegen Corona krankgeschrieben. Dabei variiert die Zahl der Krankschreibungen erheblich. So waren in der Kalenderwoche 32 vom 8. bis 14. August lediglich 175 Krankengeld-Anspruchsberechtigte wegen Corona arbeitsunfähig. Die meisten Krankmeldungen gab es in der Kalenderwoche 51 vom 19. bis 25. Dezember mit 838 Betroffenen. „Im vergangenen Sommer hat sich die Annahme als Trugschluss erwiesen, wonach die Corona-Pandemie mehr oder weniger vorüber sei. Das haben die hohen Fallzahlen ab dem Spätherbst deutlich gezeigt“, sagt Henning Kutzbach. Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln bleibe weiterhin ein wichtiges Mittel im Schutz vor einer Ansteckung.

Dritte Corona-Welle trifft ältere Beschäftigte, vierte Welle die jüngeren

Laut der BARMER-Analyse hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr die Beschäftigten je nach Altersgruppe unterschiedlich stark getroffen. Während der zweiten und dritten Welle waren die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr viel häufiger wegen Corona krankgeschrieben als die jüngeren. In Kalenderwoche 6 vom 7. bis 13. Januar waren 61 von 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigten ab 60 Jahren arbeitsunfähig. Bei den Unter-20-Jährigen und bei den 20- bis 39-Jährigen traf dies auf etwa sieben bis 25 von 10.000 Personen zu. „Die zweite und dritte Pandemiewelle haben für überproportional viele Krankschreibungen bei älteren Beschäftigten gesorgt. Die vierte Corona-Welle hat dagegen vor allem junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getroffen“, sagt BARMER-Landeschef Kutzbach. So seien in Kalenderwoche 51 vom 19. bis 25. Dezember bei den Unter-20-Jährigen 78 von 10.000 Beschäftigten mit Krankengeld-Anspruch arbeitsunfähig gewesen. In der Gruppe ab 60 Jahren habe dies auf 61 je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigte zugetroffen.

Massive regionale Unterschiede bei Corona-Krankschreibungen

Weiter gab es im vergangenen Jahr deutliche regionale Unterschiede bei der Häufigkeit coronabedingter Krankschreibungen. Grundsätzlich hatten die ostdeutschen Flächenländer die höchsten Raten. In Sachsen etwa waren pro Woche zwischen 25 bis 229 je 10.000 Beschäftigte mit Anspruch auf Krankengeld krankgeschrieben. In Schleswig-Holstein dagegen waren nur zwischen sieben und 22 BARMER-Versicherte je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigte krankgeschrieben. „Für die regionalen Unterschiede bei den Corona-Krankschreibungen gibt es keine einzelne Ursache. Stattdessen werden zahlreiche Gründe in verschieden starkem Maße ausschlaggebend sein, darunter regional unterschiedliche Impfquoten. Letzten Endes bleibt das Verhalten jedes oder jeder Einzelnen ein ganz zentraler Faktor“, so Henning Kutzbach. Auch die Bevölkerungsdichte in einer Region und die Arbeitsplatzstrukturen vor Ort könnten eine Rolle spielen. Schließlich gebe es Regionen mit verstärkt solchen Branchen, die nur in geringem Maße oder überhaupt kein Homeoffice ermöglichen könnten.  

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Franziska Sanyang
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