Frau liegt vor Schmerzen gekrümmt auf dem Sofa und hält sich beide Hände an den Bauch.
Pressemitteilung Barmer Mecklenburg-Vorpommern

Endometriose-Diagnosen in Mecklenburg-Vorpommern mehr als verdoppelt

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Kernergebnisse aus dem Barmer Arztreport 2026: 

  • Die Zahl der Frauen mit der Diagnose Endometriose hat sich in Mecklenburg-Vorpommern seit 2005 von rund 3.500 auf über 8.800 mehr als verdoppelt.
  • Das Durchschnittsalter bei Erstdiagnose ist bundesweit innerhalb von zehn Jahren um 3,8 Jahre auf 37,4 Jahre gesunken.
  • „Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen ist. Die Erkrankung wird heute früher diagnostiziert und betroffene Frauen erhalten schneller Klarheit über ihre Beschwerden“, sagt Barmer-Landeschef Henning Kutzbach.

Schwerin, 10. März 2026 – In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der Frauen mit der Diagnose Endometriose in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Gab es im Jahr 2005 noch rund 3.500 Betroffene, waren es im Jahr 2024 bereits mehr als 8.800, wie der aktuelle Barmer Arztreport zeigt. Bei Endometriose handelt es sich um eine chronische, meist schmerzhafte Erkrankung, bei der Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst. 

Laut Arztreport sank auch das Durchschnittsalter der erstmals von einer Diagnose betroffenen Frauen bundesweit: Im Jahr 2015 waren Frauen bei Erstdiagnose im Schnitt 41,2 Jahre alt, im Jahr 2024 mit 37,4 Jahren deutlich jünger. „Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen ist. Die Erkrankung wird heute früher diagnostiziert und betroffene Frauen erhalten schneller Klarheit über ihre Beschwerden“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der BARMER in Mecklenburg-Vorpommern. Trotz des positiven Trends wünsche er sich anlässlich des Internationalen Tags der Endometriose am 14. März mehr Sichtbarkeit für die Krankheit.

Endometriose kann Lebensqualität mindern 

Denn Endometriose beeinträchtigt die Betroffenen nicht selten in vielerlei Hinsicht. „Endometriose kann viele Bereiche des Lebens beeinflussen – Familienplanung, Mobilität und psychische Gesundheit. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern“, so Barmer-Landeschef Kutzbach weiter. Das sehe auch die seit dem vergangenen Jahr aktualisierte Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Endometriose so vor.

Begleiterkrankungen stark verbreitet

Als ein weiteres Ergebnis zeigt der Arztreport, dass Frauen mit Endometriose deutlich häufiger unter Begleiterkrankungen leiden, als es ihrem Alter entsprechend zu erwarten wäre. Besonders ausgeprägt sind Schmerzdiagnosen. Bauch- und Beckenschmerzen wurden mehr als doppelt so häufig dokumentiert. Auch Migräne und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind überdurchschnittlich häufig. Zudem leiden die Betroffenen öfter an depressiven Episoden und Angststörungen. „Die Ergebnisse des Arztreports belegen zwar, dass mit Endometriose keine erhöhte Sterblichkeit einhergeht. Allerdings leiden die betroffenen Frauen unter einer hohen Krankheitslast. Deshalb ist eine ganzheitliche Therapie erforderlich“, sagt Kutzbach. Eine passgenaue Therapie könne dazu beitragen, dass sich die Erkrankung nicht unnötig verschlimmere und die Folgen besser bewältigt werden könnten.

Regionale Unterschiede zeigen Bedarf an weiterer Aufklärung

Der Report belegt außerdem deutliche regionale Unterschiede. Bundesweit liegt das Saarland bei den Erstdiagnosen rund 20 Prozent über dem Durchschnitt, während Thüringen etwa 20 Prozent darunter liegt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird Endometriose als Erstdiagnose fast zehn Prozent seltener gestellt. Insgesamt wird die Erkrankung häufiger in dicht besiedelten als in ländlichen Regionen diagnostiziert. „Wir gehen davon aus, dass viele Frauen ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen halten und deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe suchen. Die regionalen Unterschiede zeigen, dass noch weitere Aufklärungsarbeit erforderlich ist“, so Kutzbach.
 

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