Junge Menschen leiden stark an Kopfschmerzen

Schwerin, 15.09.2017 – 14,4 Prozent der jungen Erwachsenen In Mecklenburg-Vorpommern im Alter von 18 bis 27 Jahren suchen mit der Diagnose Kopfschmerz oder Migräne ärztliche Hilfe, wie eine Auswertung von Abrechnungsdaten der Barmer aus dem Jahr 2015 zeigt. Über alle Altersgruppen hinweg befanden sich 9,61 Prozent der Bevölkerung im Nordosten mit der Diagnose Kopfschmerz oder Migräne in ärztlicher Behandlung. In Sachsen gab es im bundesweiten Vergleich mit 8,49 Prozent die wenigsten Kopfschmerzen. Die höchste Betroffenenrate wurde in Berlin mit 10,04 Prozent festgestellt.

Warum gerade junge Menschen so oft betroffen sind, bleibt offen, „möglicherweise ist aber der Leistungsdruck gerade in dieser Lebensphase besonders hoch, vermutet der Landesgeschäftsführer der Barmer, Henning Kutzbach. Kutzbach befürchtet zudem eine weitaus höhere Dunkelziffer, weil viele Patienten mit Kopfschmerzen erst spät zum Arzt gehen.

Regionale Unterschiede

Bei Betrachtung der Regionen in Mecklenburg-Vorpommern zeigten sich insbesondere bei den jungen Erwachsenen deutliche Unterschiede in den Diagnoseraten. Während sich in Schwerin (17,9 Prozent) und Neubrandenburg (17,4 Prozent) die meisten 18- bis 27-Jährigen mit Kopfschmerzdiagnosen in ärztliche Behandlung begaben, waren es in Bad Doberan (11,7 Prozent) und auf Rügen (11,8 Prozent) die wenigsten. Über alle Altersgruppen hinweg sind die regionalen Unterschiede weniger deutlich ausgeprägt. Die Spannbreite der Betroffenenrate reicht von 11,3 Prozent in Bad Doberan bis 8,2 Prozent auf Rügen.

Erhebliche Zunahme im jungen Alter

Wie überregionale Analysen darüber hinaus ergeben haben, leiden zunehmend mehr junge Erwachsene unter Kopfschmerzen. Allein im Zeitraum von 2005 bis 2015 sei der Anteil der 18- bis 27-Jährigen mit Kopfschmerzdiagnosen um 42 Prozent gestiegen. „Der starke Anstieg der Kopfschmerzdiagnosen bei jungen Erwachsenen ist umso bedenklicher vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Diagnosen über alle Altersklassen hinweg ‘nur‘ um 12,4 Prozent zugenommen hat. Die Barmer rät zu präventiven Maßnahmen von Sport über Entspannungstechniken bis hin zur gesunden Lebensführung.

Besorgnis erregender Tablettenkonsum schon bei Kindern

Wie wichtig präventive Maßnahmen seien, zeige sich am bedenklichen Tablettenkonsum bereits bei Kindern. So nehmen nach einer repräsentativen Umfrage der Barmer bereits 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 19 Jahren Medikamente ein, wenn sie Kopfschmerzen haben. 42 Prozent bekämpften den Schmerz sogar jedes Mal mit Arzneimitteln. „Wer Kopfschmerztabletten regelmäßig oder gar übermäßig nimmt, riskiert leicht seine Gesundheit“, warnt Henning Kutzbach.

Kopfschmerzprävention via App

Erfolgversprechend in Sachen Kopfschmerzprävention sei auch die von der Barmer geförderte Migräne- und Kopfschmerz-App ‚M-sense‘. Als ein digitaler Assistent für Menschen mit Kopfschmerzen mache die App die individuellen Ursachen aus und analysiere den Verlauf von Migräne und Spannungskopfschmerzen. Diese Dokumentationen können dem behandelnden Arzt eine wichtige Hilfe bei der Therapie sein. Nicht zufällig sei ‚M-sense‘ die einzige App zur Kopfschmerzprävention, die auf dem deutschen Markt als Medizinprodukt zertifiziert ist.

Weitere Informationen zum Barmer Arztreport 2017 mit dem Schwerpunktthema „Kopfschmerzen“ finden Interessierte unter www.barmer.de/p007233.

Webcode dieser Seite: p008282 Autor: Barmer Erstellt am: 18.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 18.09.2017
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