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Zahl der Alkoholabhängigen in Hessen nimmt zu – Alkoholismus ist kein Jugendphänomen

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Frankfurt, 11. August 2022 – Alkoholabhängigkeit betrifft in Hessen zunehmend ältere Menschen. Das zeigt eine Abrechnungsdatenanalyse der Barmer. So nahm unter 75- bis 89-Jährigen die Zahl der Diagnosen erheblich zu. In einem Zeitraum von fünf Jahren zwischen 2016 und 2020 stieg die Zahl der 75- bis 79-Jährigen Alkoholabhängigen in Hessen um fast 15 Prozent. Unter 80- bis 84-Jährigen gab es einen Anstieg von rund 22 Prozent und unter 85- bis 89-Jährigen um 33 Prozent. „Die Alkoholverträglichkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab. Bereits geringe Mengen Alkohol können das Risiko von Unfällen und Stürzen erhöhen sowie fatale Wechselwirkungen mit altersbedingt notwendigen Medikamenten verursachen“, erklärt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Es sei deshalb besonders wichtig, dass älteren Menschen professionelle Suchthilfe zukomme. Auch im hohen Alter sei die medizinische und therapeutische Behandlung einer Alkoholabhängigkeit sowie Suchtberatung und Selbsthilfe für Betroffene und Angehörige möglich und unbedingt ratsam.

Weniger Diagnosen unter 25- bis 34-Jährigen

Auch in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen ist die Zahl der Alkoholabhängigen zwischen 2016 und 2020 um fast 12 Prozent gestiegen. In dieser Altersgruppe gibt es rund 1.000 Betroffene. Unter 25- bis 34-Jährigen sank hingegen die Zahl der Diagnosen um etwas mehr als zwei Prozent ab. Die meisten Betroffenen finden sich in der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen. Hier erhielten im Jahr 2020 rund 11.200 Menschen aus Hessen die Diagnose Alkoholabhängigkeit. „Risikoreicher Alkoholkonsum ist kein Phänomen jugendlichen Leichtsinns. Im Jahr 2020 waren 43 Prozent der Alkoholabhängigen in Hessen im Alter von 50 bis 64 Jahren. Die Zahl alkoholabhängiger Männer in Hessen lag zudem rund 2,4 Mal so hoch wie die der Frauen“, ergänzt Till. Insgesamt sei die Zahl der Alkoholabhängigen in Hessen zwischen 2016 und 2020 um annähernd drei Prozent gestiegen. Aktuell gebe es mehr als 75.000 Menschen in Hessen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit. Das Risiko übermäßigen Alkoholkonsums für Sucht, schwere Erkrankungen und psychische Leiden werde immer noch erheblich unterschätzt oder ignoriert. Wer in Sorge über seinen Alkoholkonsum sei oder negative gesundheitliche oder soziale Folgen des Alkohols bemerke, solle in jedem Fall ärztliche Hilfe oder das Angebot einer Suchtberatung in Anspruch nehmen. Informationen zu Beratungsangeboten stelle etwa die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. zur Verfügung. Neben umfassenden Informationen zum Thema Sucht, biete auch die Homepage der Barmer einen einfachen Selbsttest, mit dem man das Risiko des eigenen Alkoholkonsums einschätzen könne.

Kontakt für die Presse:

Dr. Carlo Thielmann
Pressesprecher Barmer Hessen
Telefon: 0800 33 30 04 35 2205
E-Mailpresse.he@barmer.de
Twitter: twitter.com/BARMER_HE

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