Hausstaub: Allergie macht über 580.000 in Hessen zu schaffen

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Frankfurt, 11. Januar 2022 – Eine Hausstauballergie entwickelt sich meist im Kindes- und Jugendalter. Nicht der Hausstaub an sich verursacht Beschwerden wie Niesen, sondern Allergene, die sich vor allem im Kot von Hausstaubmilben befinden. Die winzigen Partikel verbreiten sich durch den Hausstaub. Zur Behandlung gibt es verschiedene Medikamente. Nach einer Barmer-Auswertung sind über 580.000 Menschen im Land jährlich mit einer Hausstauballergie in ärztlicher Behandlung. „9,5 Prozent der Menschen in Hessen leiden an einer Hausstauballergie. 9 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen in der hessischen Bevölkerung sind betroffen“, sagt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Menschen mit einer Hausstauballergie hätten das ganze Jahr über Beschwerden wie Niesen und eine laufende Nase. Bei allergischen Reaktionen der oberen Atemwege spräche man auch von allergischem Schnupfen oder einer allergischen Rhinitis.

Welche Symptome bei einer Hausstauballergie auftreten

Menschen mit einer Hausstauballergie müssten häufig niesen, ihre Nase läuft oder ist verstopft. Bei starken Beschwerden fühlten sich viele zudem schlapp und müde. Die Augen könnten tränen und jucken, die Augenlider anschwellen. Es könne auch zu asthmatischen Beschwerden wie Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit kommen. Im Vergleich zu einer Pollenallergie (Heuschnupfen) seien die Symptome bei einer Hausstauballergie meist weniger stark, treten dafür aber das ganze Jahr über auf. Nachts und morgens dürften die Beschwerden meist am stärksten sein, da sich in Matratzen, Kissen, Decken und Bettbezügen besonders viele Hausstaubmilben befinden.

Immunsystem antwortet

Allergische Beschwerden entstünden, wenn der Körper auf bestimmte, normalerweise harmlose Substanzen überempfindlich reagiert. Das Immunsystem antwortete auf solche Substanzen (Allergene) mit einer Kettenreaktion: Zuerst bilde es Antikörper gegen das Allergen, die sich an bestimmte Zellen binden. Komme es zu einem erneuten Kontakt mit dem Allergen, könnten diese Zellen chemische Stoffe wie Histamin freisetzen. Diese Stoffe lösten dann allergische Reaktionen aus wie Niesen oder Augenjucken. Keine Wohnung sei frei von Hausstaubmilben. Sie finden sich im Bett, in Teppichböden, Polstermöbeln oder Vorhängen. „Hausstaub ist fast unvermeidlich. Wird Staub aufgewirbelt, zum Beispiel durch einen Luftzug oder das Ausschütteln von Bettdecken, verteilt er sich in der Luft und wird zusammen mit den enthaltenen Allergenen eingeatmet“, so Till. Ein erhöhtes Risiko für Allergien sei manchmal familiär bedingt. Umgebungsfaktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch könnten Allergien ebenfalls begünstigen.

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Pressesprecher Barmer Hessen
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