Gesundheitsreport 2016 für Hessen: Grippewelle sorgte für einen deutlichen Anstieg der Fehlzeiten

Frankfurt (24.10.2016). Husten, Schnupfen und Co. sorgten auch in Hessen im Jahr 2015 für einen deutlichen Anstieg der krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Viele Arbeitnehmer waren deswegen im letzten Jahr einige Tage arbeitsunfähig (AU) und mussten ihre Grippe Daheim auskurieren. Die Fehlzeiten stiegen hierdurch im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent beziehungsweise 0,55 Tage je Person. Trotz der saisonalen Erkältungswelle bleiben Muskel-Skelett-Erkrankungen, gefolgt von psychischen Störungen, die Hauptverursacher krankheitsbedingter Fehltage. Das geht aus dem jüngsten Gesundheitsreport 2016 der Barmer GEK für Hessen hervor.

Fehlzeiten merklich angestiegen

Lag der Krankenstand im Jahr 2014 in Hessen noch bei 4,57 Prozent, stieg er im letzten Jahr auf 4,72 Prozent an. Jeder Erwerbstätige fehlte demnach im Schnitt 17,2 Tage – im Jahr 2014 waren es noch 16,6 Tage. Ein durchschnittlich großer hessischer Betrieb musste dadurch immerhin 56 Fehltage im Jahr mehr verkraften. Insgesamt verzeichnete die Barmer GEK in Hessen 396.000 Arbeitsunfähigkeitsfälle (2014: 367.000) mit 5,4 Mio. Fehltagen (2014: 5,1 Mio.). Fast 70 Prozent der erfassten Arbeitsunfähigkeitsfälle dauerten im Jahr 2015 maximal eine Woche – waren mit einem Anteil von 23 Prozent jedoch nur für gut ein Fünftel aller AU-Fälle verantwortlich. Demgegenüber stehen die schweren Erkrankungen, die lange Arbeitsunfähigkeitszeiten verursachen. 14,1 Prozent der Fälle dauerten mehr als zwei Wochen und verursachten knapp zwei Drittel der gesamten Fehlzeiten.

Berufliche Belastungen und Gesundheit

Die Fehlzeiten – und damit die Krankenstände – variieren nach Branche beziehungsweise Berufsgruppe. Das liegt auch an den unterschiedlichen körperlichen und psychischen Belastungen in den einzelnen Berufsgruppen. Zudem beeinflussen das Alter und das Geschlecht der Beschäftigten das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen. Die höchsten Krankenstände gibt es bei Bus- und Straßenbahnfahrer/innen (8,01%), bei Mitarbeitern im Dialogmarketing z.B. Callcenter (7,86%), in der Altenpflege (7,46), bei Post- und Zustelldiensten (6,95%) Kraftfahrern (6,9%) sowie in der Reinigungs- und Sicherheitsbranche (6,76 % und 6,64%). Die geringsten Krankenstände mit 1,5 Prozent haben Hochschullehrer, gefolgt von Softwareentwicklern (2,07%), Beschäftigte in der technischen Forschung und Entwicklung (2,15%) sowie Ärztinnen und Ärzte (2,36%).

Landesweite Erkältungswelle und Rückenschmerzen im Norden

Die Erkältungswelle im Frühjahr 2015 machte sich landesweit bemerkbar. In allen Städten und Kreisen stiegen die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mit der Diagnose „akute Atemwegsbeschwerden“ merklich an.
Bei vielen anderen Diagnosen gibt es starke regionale Varianten. Unter Rückenschmerzen leiden vor allem die Erwerbstätigen in den nördlichen und östlichen Kreisen – eine Ausnahme bildet aber die Stadt Kassel. Wie in Frankfurt, dem Hochtaunus- und dem Main Taunus Kreis gab es unterdurchschnittlich wenig Krankschreibungen mit dieser Diagnose. Von psychische Erkrankungen waren vor allem Erwerbstätige im Werra-Meißner-Kreis und Gießen betroffen. Aber auch im Lahn-Dill Kreis, im Kreis Limburg sowie in der Stadt Kassel gab es überdurchschnittlich viele Krankschreibungen mit dieser Diagnose.

Schon Berufsanfänger leiden unter Rückenschmerzen

Junge Menschen am Start ihres Berufslebens – so lautet das Schwerpunktthema des diesjährigen Gesundheitsreports.
Dargestellt werden Ergebnisse zur gesundheitlichen Situation von unterschiedlichen Versichertengruppen in dem Alter, in dem typischerweise die Schulzeit endet und eine berufliche Ausbildung oder ein Studium sowie der Einstieg in das Berufsleben erfolgt. Ein Ergebnis: Bereits im jungen Erwerbsalter war mehr als ein Fünftel von Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens betroffen, darunter mehr als 16 Prozent von Rückenschmerzen.
"Allein dieses Ergebnis verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch jungen Beschäftigten im Rahmen eines gezielten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) entsprechende Gesundheitskompetenzen zu vermitteln", so Landesgeschäftsführer Norbert Sudhoff.

Landkarte
Husten, Schnupfen und Co. - Erwerbstätige aus den
neuen Bundesländern sowie aus Hessen und Rheinland-Pfalz
waren besonders betroffen (blaue Markierungen)



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Brigitte Schlöter
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Webcode dieser Seite: p006922 Autor: Barmer Erstellt am: 24.10.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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