Zum Tag der Zahngesundheit am 25. September: Genussvoll im Herbst - Zahngesund mit achtsamer Ernährung

Gemeinsame Pressemitteilung der BARMER und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen

Frankfurt, 23. September 2020 – Das Marmeladenbrot zum Frühstück, der Kaffee auf
dem Weg zur Arbeit, der Fruchtjoghurt am Nachmittag – viele dieser Leckereien werden
erst durch Zucker richtig schmackhaft. Ob Haushaltszucker, Frucht- oder Traubenzucker:
Für die Wirkung auf unsere Zähne spielt die Art des Zuckers kaum eine
Rolle – viel entscheidender ist die Zuckerhäufigkeit. Nicht nur Kinder lieben süße Zwischenmahlzeiten
und Getränke. Doch: Süße Durstlöscher wie Limonaden, Nektare,
Säfte und Schorlen, Kaffee oder Tee mit Zucker können durch wiederholte Zuckerangriffe
im Tagesverlauf den Zahnschmelz schädigen und Karies verursachen. Auch versteckte
Zucker, wie sie häufig in Fertigprodukten vorkommen, sind eine Gefahr für die
Zahngesundheit: Schon kurz nach dem süßen Genuss steigt der Säurespiegel im
Mund erheblich an. Wer seine Zähne und die seiner Kinder gesund erhalten möchte,
sollte wichtige Sachverhalte rund um die Mundgesundheit kennen und sich zahnärztlich
beraten lassen.

Schutzsystem Speichel

Die BARMER Hessen und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen raten neben
einer konsequenten Zahnpflege zu einem bewussten, achtsamen Zuckerkonsum, damit
die körpereigenen Schutzmechanismen ihre Wirkung entfalten können. Das wichtigste
natürliche Schutzsystem im Mund ist der Speichel, denn er spült und remineralisiert
den Zahnschmelz, versorgt ihn mit wichtigen Mineralstoffen. Dieses Abwehrsystem
kann allerdings nur funktionieren, wenn die Zähne weitgehend frei von bakteriellen
Zahnbelägen sind und wenn genügend Zeit ohne Zuckerimpulse bleibt: Etwa 16 Stunden
Remineralisation können 8 Stunden Demineralisation ausgleichen. Diese Formel
gilt nicht nur für Kinder- und Jugendzähne, sondern auch für die Mundgesundheit von
Erwachsenen. Bei zahngesunder Ernährung halten sich Säureangriff und Säureabwehr
die Waage.

Süßes darf sein

Weitverbreitete Regeln, die das Zähneputzen nach jedem Essen nahelegen, sind
überholt. Die gute Nachricht ist demnach: Süßes darf sein. Entscheidend ist – wie so
oft – das richtige Maß. Ein saftiger Apfel oder eine Handvoll knackiger Nüsse stillen
den kleinen Hunger zwischendurch nicht nur kauaktiv und regen so die Speichelproduktion
an, sondern versorgen den Körper auch mit wichtigen Vitaminen, Mineral- und
Ballaststoffen.

Regelmäßige Checks

Hessinnen und Hessen waren im Jahr 2018 durchschnittlich 1,1-mal in einer Zahnarztpraxis.
Das zeigt eine Versorgungsdatenanalyse der BARMER. Der Anteil der Kinder,
die über einen Zeitraum von 6 Jahren überhaupt keinen Zahnarztkontakt hatten, ist
hoch. Bundesweit waren im Jahr 2018 im Schnitt 15 Prozent der Kinder unter 6 Jahren
noch nie beim Zahnarzt. „Nur mit einer konsequenten Vorsorge können Erkrankungen
und Entwicklungsstörungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich frühzeitig erkannt und
notwendige Therapien eingeleitet werden. Deshalb sollte die Kontaktrate wesentlich
höher liegen“, erklärt Martin Till, Landeschef der BARMER in Hessen.
„Wir empfehlen allen Altersgruppen, 2-mal jährlich eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung
in Anspruch zu nehmen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen“, ergänzt
Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung
Hessen. „Für die Vorsorge bei Kindern werden außerdem besondere Früherkennungsuntersuchungen
von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt: Ab dem 6.
Lebensmonat bis zum vollendeten 6. Lebensjahr werden 6 zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen
durchgeführt, die auch altersgerechte und individuelle Empfehlungen
zur täglichen Zahn- und Mundpflege, zur Anwendung geeigneter Fluoridierungsmittel
zur Härtung des Zahnschmelzes und Hinweise zur zahngesunden Ernährung
beinhalten.“

Kinder zu selten bei der Vorsorge

Fast die Hälfte der 0- bis 5-Jährigen hat im Jahr 2018 durchschnittlich weniger als
einmal pro Jahr eine Zahnarztpraxis besucht. Bei den 6- bis 11-Jährigen hatten knapp
10 Prozent keinen Zahnarztkontakt, bei den 12- bis 17-Jährigen waren es 12 Prozent.
Bei den 6- bis 11-Jährigen hatten immerhin 38 Prozent der Kinder 2 bis 4 Zahnarztkontakte
im Jahr. Damit entspricht diese Gruppe der Empfehlung, mindestens 2-mal
jährlich einen Zahnarzt aufzusuchen. Bei den 12- bis 17-Jährigen waren es 32 Prozent,
die 2- bis 4-mal beim Zahnarzt waren.

Tipps für zahngesunden Genuss

Gemäß dem Prophylaxe-Konzept der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege
in Hessen (LAGH) gelten auch für Erwachsene die folgenden Empfehlungen:
- Zähne zweimal täglich putzen: nach dem Frühstück und nach dem Abendessen
- kauaktive Zwischenmahlzeiten, z. B. einen Apfel
- gegen den Durst lieber Wasser trinken
- Süßes weniger häufig, dafür bewusst genießen, z. B. eine Limonade zur Mahlzeit
oder einen süßen Nachtisch
- nach der abendlichen Zahnreinigung nichts mehr essen oder trinken außer Wasser


Der Tag der Zahngesundheit wurde 1991 von 25 Organisationen der Zahnärzteschaft
und der Krankenkassen als alljährlicher Aktionstag am 25. September eingeführt.
2020 steht der Tag der Zahngesundheit unter dem Motto: „Gesund beginnt im
Mund – Mahlzeit!“.

 

 

Ihre Ansprechpartner:

Brigitte Schlöter
Tel.: 0800 333004352230
brigitte.schloeter@barmer.de

Dr. Carlo Thielmann
Tel.: 0800 333004352205
carlo.thielmann@barmer.de


 

Webcode dieser Seite: p015981 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 23.09.2020
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