ADHS – Immer mehr Erwachsene in Behandlung

Frankfurt, 9. Februar 2018 – ADHS ist keine Kinderkrankheit: Die Zahl der Erwachsenen, die wegen einer Aufmerksamkeitsstörung therapiert werden, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dies geht aus einer bundesweiten Analyse der Barmer zur Verordnung von Methylphenidat (Ritalin) hervor. So wurden im Jahr 2016 über 11.000 Versicherte ab 18 Jahren mit Ritalin behandelt, eine Steigerung von 35 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Dieser bundesweite Trend ist ebenfalls in Hessen erkennbar. Wurde Ritalin im Jahr 2012 bei 597 Erwachsenen in Hessen verordnet, waren es vier Jahre später bereits 926 Versicherte. Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, handelt es sich im Wesentlichen um eine Funktionsstörung im Gehirn.

Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hessen: „ADHS macht vor Erwachsenen nicht halt. Entgegen der landläufigen Meinung wachsen sich die Symptome nur bei einem Teil der betroffenen Kinder im Erwachsenenalter aus. Viele zeigen weiterhin die typischen Symptome wie Unaufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, Impulsivität und Unruhe. Sie sind dadurch sowohl im Beruf als auch in der Alltagsgestaltung und ihrem Privatleben benachteiligt.“ Auffällig ist: Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen sind etwa doppelt so viele Männer wie Frauen betroffen.

Gibt es Unterschiede zwischen Jung und Alt?

Die Hyperaktivität bei Erwachsenen äußert sich eher in einer starken inneren Unruhe und Nervosität. Viele leiden zusätzlich unter ausgeprägten Stimmungsschwankungen und zeigen riskantes Verhalten im Straßenverkehr. Ihre beruflichen und sozialen Bindungen sind oft unbeständig. Außerdem neigen sie zu Ängsten, Depressionen und Jähzorn. Das Hauptproblem, mit dem erwachsene Betroffene sowohl im beruflichen wie im privaten Bereich zu kämpfen haben, ist jedoch ihr unorganisierter und chaotischer Alltag. ADHS ist bei Erwachsenen deutlich schwerer zu erkennen als bei Kindern. Die Auffälligkeiten werden deshalb oft falsch interpretiert.

Mehr Informationen unter: www.barmer.de/s000506 und ADHS Info-Portal

Webcode dieser Seite: p008949 Autor: Barmer Erstellt am: 08.02.2018 Letzte Aktualisierung am: 08.02.2018
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