Logo zum 6. Hamburger Psychotherapeutentag

Psychotherapie - Zwischen Empathie und Abgrenzung

Hamburgs Bevölkerung ist bunt: Eine Vielzahl von Ethnien, Kulturen und Religionen sind vertreten, mehr als 32% der Einwohnerinnen und Einwohner hat familiäre Wurzeln in einem anderen Herkunftsland. Über 28.000 geflüchtete Menschen hat Hamburg seit Januar 2015 aufgenommen. Es sind Frauen, Männer und Kinder, die vor Kriegsgewalt, Folter, Verfolgung und Armut im eigenen Land geflohen sind. Nicht alle werden in ihre Heimat zurückgehen, sobald Frieden eingekehrt ist. Viele werden auch bleiben.


Etliche der nach Hamburg geflüchteten Menschen haben Traumatisierungen in ihrem Heimatland und auf der Flucht erlitten, die zu seelischen und körperlichen Traumafolgestörungen führen. Nach internationalen Schätzungen sind Flüchtlinge und Asylsuchende bis zu zehn Mal häufiger von einer psychischen Erkrankung betroffen als die altersgleiche Mehrheitsgesellschaft im Aufnahmeland.

Welche Auswirkungen haben diese gesellschaftlichen Entwicklungen auf die psychotherapeutische Theorie und Praxis und wie muss sich zukünftig die psychotherapeutische Versorgung gestalten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem diesjährigen Hamburger Psychotherapeutentag am 10. September 2016. Auch das Thema Sprachbarriere ist dabei von zentraler Bedeutung. Denn ohne sprachliche Verständigung kann eine Psychotherapie nicht gelingen. Die Finanzierung von Sprach- und Kulturmittlerleistungen für psychotherapeutische Behandlung über Sprachmittler/Dolmetscher sei deshalb sicherzustellen.

Einheitlich appellierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Verantwortlichen in Politik und Behörden, jetzt zu handeln – um psychisch erkrankten geflüchteten und migrierten Menschen die Integration und Teilhabe in Hamburg zu ermöglichen!

Dolmetscherpool zur Behandlung von psychisch erkrankten Geflüchteten

Mittlerweile haben die Regierungsfraktionen auf den deutlich gestiegenen Bedarf an qualifizierter Sprachmittlung bei der Behandlung von psychisch erkrankten Geflüchteten reagiert. Gemeinsam mit der Psychotherapeutenkammer und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband ist vom Verein „SEGEMI – Seelische Gesundheit Migration und Flucht e. V.“ ein Projekt erarbeitet worden, das aus Mitteln des Integrationsfonds einen Dolmetscherpool für die psychotherapeutische Behandlung traumatisierter geflüchteter Menschen in Hamburg einrichten will.

Webcode dieser Seite: p006917 Autor: Barmer Erstellt am: 20.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
Nach oben