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Auf den Punkt – Gesundheitspolitik aus dem Blickwinkel von Susanne Klein

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eine lächelnde Frau mit blonden lockigen Haaren steht auf einer Brücke über einen Kanal im Stadtteil Hamburg Hammerbrook

„Stark, wenn du uns brauchst“, lautet das Motto der Barmer. Denn uns als Krankenkasse gibt es nicht zum Selbstzweck, sondern unser Fokus liegt auf unseren Versicherten: Sie bestmöglich versorgt zu wissen, ist unser Auftrag und Antrieb. 

Die Versicherten in den Mittelpunkt des eigenen Handelns zu stellen, bedeutet, von deren Bedürfnissen her zu denken. Patientinnen und Patienten ist es egal, ob ihnen eine Ärztin im Krankenhaus oder ein niedergelassener Mediziner hilft. Versicherte erwarten keine Brüche in der Behandlung, wenn sie nach einem Klinikaufenthalt vom Hausarzt oder von der Fachärztin, vom Therapeuten oder in Reha-Einrichtungen weiter behandelt werden. Leider ist das oft noch nicht die Realität. 

Dabei zeigen Pilotprojekte der Barmer, dass die sogenannte „sektorenübergreifende Versorgung“ – gerne gepaart mit mehr Digitalisierung – Patientinnen und Patienten zugutekommt und die Leistungserbringer von überbordender Bürokratie entlasten kann. 

Bewegung in die Debatte bringen könnte das Gutachten der Monopolkommission, die nun konkrete Empfehlungen zur geplanten Krankenhausreform vorgelegt hat: Die Autoren fordern eine stärker bedarfsorientierte Krankenhausplanung. Was nichts anderes heißt, als dass es bislang in Ballungsräumen eine Über- und in ländlichen Gegenden eher eine Unterversorgung gibt. Und das bei insgesamt zu vielen kleinen Kliniken, die wiederum für sich in Anspruch nehmen, die ganze Bandbreite medizinischer Versorgung abdecken zu müssen. 

Um sektorenübergreifende Arbeit stärker zu ermöglichen und sich am tatsächlichen Bedarf unserer Versicherten zu orientieren, wollen wir als BARMER die bestehende Krankenhausstruktur weiterentwickeln. Konkret für Hamburg bedeutet das: 

  • Mehr Spezialisierung. Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen sind am besten in Kliniken aufgehoben, die auch entsprechend ausgestattet sind – technisch wie personell. Natürlich muss ein Notfall – etwa ein Schlaganfall – schnellstmöglich versorgt werden. Genauso entscheidend ist es zugleich, Schlaganfallpatientinnen und -patienten in Spezialeinheiten („Stroke Units“) umfassend und fachübergreifend zu behandeln. Oder denken wir an Krebsbehandlungen, die umso erfolgsversprechender sind, je höher der Spezialisierungsgrad des Krankenhauses ist. 
  • Mehr Qualität in der Versorgung. Wenn in Hamburg mehrere Kliniken auf engem Raum identische Fachabteilungen unterhalten, sind vermeintlich kurze Wege nur auf den ersten Blick von Vorteil für Patientinnen und Patienten. Denn untereinander stehen die Krankenhäuser nicht nur im wirtschaftlichen Wettbewerb, sondern auch im Wettbewerb um das ohnehin knappe medizinische Personal. Für mehr Qualität ist es daher zweckmäßiger, finanzielle und personelle Ressourcen zu bündeln, denn damit schaffen wir moderne und bedarfsgerechte Versorgungsstrukturen. 
    Hierfür möchten wir nach dem Grad der Spezialisierung der Häuser unterscheiden zwischen Grund-, Regel- sowie Maximal- und Spezialversorgern. Damit stellen wir sowohl die flächendeckende medizinische Versorgung und die Notfallversorgung, als auch die Behandlung seltener Erkrankungen in spezialisierten Kliniken gleichermaßen sicher. 
  • Mehr Transparenz bei der Finanzierung: Die Fallpauschalen, wie sie derzeit gezahlt werden, setzen aus unserer Sicht die falschen Anreize. Zum Wohle der Patientinnen und Patienten plädieren wir für ein modulares System basierend auf einer Basisvergütung, ergänzt durch Zuschläge. Darüber hinaus bleibt es Aufgabe der Stadt Hamburg, sich bei den Investitionskosten für die Krankenhäuser stärker als bislang zu engagieren. 

Als Barmer Landesvertretung gestalten wir Gesundheitsversorgung in Hamburg. Gerne beteiligen wir uns als Impuls- und Ideengeber an der Debatte, wie eine Krankenhausstrukturreform in unserer Stadt und für das Umland erfolgreich gelingen kann. 

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