Pflege
BARMER-Pflegereport 2021

Mehr Pflegebedürftige in Berlin und Brandenburg als bisher erwartet

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In den kommenden Jahren wird es in Berlin und Brandenburg deutlich mehr pflegebedürftige Menschen geben, als isher angekommen. Das geht aus dem aktuellen Pflegereport der Barmer hervor. Demnach wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Berlin von heute 164.000 auf rund 240.000 im Jahr 2030 wachsen. Das sind 43.000 mehr als bisher angenommen. Für Brandenburg zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Für den gleichen Zeitraum rechnet die Barmer hier mit einem Anstieg von 157.000 auf rund 226.000. Das sind 39.000 mehr als bisher erwartet. Grund für den zusätzlichen Anstieg sind die letzten Reformen der Pflegeversicherung, die den Kreis der Leistungsberechtigten erweitert haben. „Mit dem Anstieg der Anzahl Pflegebedürftiger wird der Bedarf an Pflegekräften noch größer. Schon heute sind Berlin und Brandenburg jeweils hunderte Pflegestellen unbesetzt. Die Landesregierungen müssen die bereits ergriffenen Maßnahmen zu Fachkräftegewinnung energisch fortsetzen“, sagt Gabriela Leyh Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg. 

Pflegeberufe attraktiver machen, um Notstand vorzubeugen

Den Bedarf an Pflegekräften prognostiziert die Barmer für Berlin und Brandenburg bis zum Jahr 2030 auf jeweils rund 42.000, das sind rund 10.000 beziehungsweise 11.000 mehr als heute. „Die Abschaffung des Schulgeldes war ein wichtiger Schritt, die Pflegeausbildung attraktiver zu machen. Mit verbesserten Arbeitsbedingungen muss es nun gelingen, Pflegekräfte länger im Beruf zu halten, zum Beispiel mit Arbeitszeitmodellen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern“, sagt Leyh.

Land muss Pflegebedürftige vor finanzieller Überforderung schützen

Neben Fachkräftesicherung bräuchte es außerdem eine Lösung, um Pflegebedürftige und ihre Familien vor finanziellen Überforderungen zu schützen. „Schon heute müssen Versicherte für einen Platz im Pflegeheim in Berlin im Durchschnitt über 2.128 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen und in Brandenburg 1.838 Euro. Beide Bundesländer könnten diesen Betrag senken, in dem es seiner gesetzlichen Pflicht nachkommt, die Investitionskosten zu übernehmen, die bisher die Pflegebedürftigen tragen müssen“, so Leyh.

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