Pauline Nöldermann, Co-Founderin und Geschäftsführerin von viatolea, hat die App selbst entwickelt. Mit der Standortinfo sprach sie über den Weg von der Idee bis zur Anerkennung der viatolea App als Medizinprodukt.
Pauline, wie bist du auf die Idee gekommen, eine App zur Erkennung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu entwickeln?
Pauline: Ich habe selbst mit Unverträglichkeiten zu kämpfen und wusste lange nicht, was genau die Beschwerden auslöst. Immer wieder wurde mir geraten, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen – aber ich habe kein digitales Tool gefunden, das wirklich gut funktioniert. Da ich als IT-Beraterin bereits Apps entwickelt hatte, habe ich kurzerhand selbst angefangen, eine Lösung zu bauen. Zunächst für mich: Ich wollte meine Daten erfassen und analysieren, um herauszufinden, welche Lebensmittel die Probleme verursachen. Dabei kam die Idee, diese komplexe Analyse zu automatisieren und für andere zugänglich zu machen. So entstand die erste Version von viatolea – um Menschen wie mir zu helfen, endlich Klarheit zu bekommen.
Welche Rückmeldungen geben die User von viatolea?
Pauline: Wir sind gerade erst mit der Kooperation gestartet und spüren schon ein enormes Interesse. Die bisherigen Rückmeldungen sind sehr positiv: Viele Nutzer berichten, dass sie nach langer Zeit endlich Klarheit über ihre Beschwerden haben und spürbar weniger Symptome erleben. Besonders dankbar sind sie uns und vor allem auch der BARMER, dass sie diese Lösung kostenlos nutzen können und dafür wirklich individuelle Unterstützung bekommen. Eine Nutzerin schrieb uns zum Beispiel: „Ein dickes Danke für eure tolle App! Ich bin so happy, dass ich dank euch herausgefunden habe, dass ich wahrscheinlich kein Sorbit vertrage. Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen!“
Wie unterstützt viatolea die User, ihre Ernährung umzustellen?
Pauline: Der erste Schritt ist Klarheit: viatolea hilft dabei, die individuellen Auslöser für Beschwerden zu identifizieren. Die Nutzer erhalten eine detaillierte Analyse ihrer Ernährungs- und Symptomdaten. Darauf aufbauend erstellen wir einen personalisierten Pfad, der Schritt für Schritt durch die Ernährungsumstellung führt. Dazu gehören praktische Anleitungen, Tipps und Rezepte, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Ein besonderes Highlight ist unser Lebensmittelguide mit Ampelsystem. Er zeigt auf einen Blick, welche Lebensmittel geeignet sind und welche besser gemieden werden sollten. Außerdem können Nutzer Toleranztests für verschiedene Lebensmittel durchführen, um ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze herauszufinden. So wird die Umstellung nicht nur einfacher, sondern auch individuell und nachhaltig erfolgreich.
Wie verlief die Anerkennung der App als Medizinprodukt?
Pauline: Die Anerkennung als Medizinprodukt war ein langer und intensiver Prozess – aber für uns absolut wichtig und lohnenswert. Uns war von Anfang an klar, dass wir diesen Weg gehen, um den medizinischen Mehrwert unseres Produkts zu belegen und höchste Qualität sicherzustellen. Ein großer Teil bestand darin, Studien durchzuführen und zu recherchieren, um eine solide wissenschaftliche Basis aufzubauen. Wir haben für jede App-Funktion nachgewiesen, dass die App auf den aktuellen Leitlinien basiert und zuverlässige Ergebnisse liefert.
Hast du Pläne für weitere Apps?
Pauline: Ich habe tatsächlich einige Ideen, aber aktuell liegt der Fokus noch zu 100 Prozent auf viatolea. Ich sehe da noch viele spannende Möglichkeiten, die App auszubauen und damit noch mehr Menschen zu unterstützen – zum Beispiel indem wir zusätzliche Themen oder Krankheitsbilder einbeziehen. Mir ist es wichtig, unsere Lösung immer weiterzuentwickeln und da wird in den nächsten Monaten auf jeden Fall noch was kommen!