Pressemitteilungen aus Berlin und Brandenburg

Junge Menschen tragen immer häufiger Hörgeräte

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Berlin (21.10.2016) Träger von Hörgeräten werden immer jünger. Im vergangenen Jahr erhielten bundesweit 1.065 Versicherte der Barmer GEK im Alter von 15 bis 35 Jahren eine Hörhilfe. Das sind fast ein Drittel mehr als im Jahr 2010 mit 814 Verordnungen. „Ob junge Menschen tatsächlich schlechter hören als früher, lässt sich durch den Anstieg der Hörgeräte-Verordnungen allerdings nicht belegen. Wir vermuten aber, dass junge Menschen leichtsinniger mit ihrem Gehör umgehen. Dauerhaft laute Musik kann die feinen Haarzellen im Innenohr irreparabel beschädigen“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer GEK Berlin/Brandenburg.

Naheliegend wäre ein Anstieg der Verordnungen für Hörgeräte mit zunehmendem Alter. Aus den Daten der Barmer GEK geht jedoch hervor, dass gerade bei den 15- bis 20-Jährigen die Zahl der Hörhilfen besonders stark angestiegen ist. Die Teenager haben inzwischen die 21- bis 30-Jährigen klar überholt. "Die Ursache für die erhöhte Inanspruchnahme von Hörgeräten bei jungen Menschen kann auch darin liegen, dass die modernen Hörhilfen immer kleiner und unauffälliger geworden sind. Außerdem können junge Menschen die hochentwickelten Geräte oft besser bedienen als ältere", sagt Leyh.

Hörminderungen sind in der Regel ein schleichender Prozess, in dem Schäden erst nach Jahren erkannt werden. "Bei Schülern, Auszubildenden und Studenten können sich Hörschäden negativ auf Lernleistungen und soziale Beziehungen auswirken. Denn wer schlecht hört, hat Probleme, dem Unterricht und Gesprächen mit Freunden zu folgen", sagt Leyh. Um derartigen Risiken vorzubeugen, sollten sich jeder vor einem Geräuschpegel von über 85 Dezibel schützen. Discomusik liegt bei rund 115 Dezibel. Ohrenstöpsel sollten deshalb zum Discobesuch mitgenommen werden, rät Leyh.

Nach Hochrechnungen der Barmer GEK leiden rund 122.000 Menschen in Brandenburg an Gehörschäden. Das entspricht rund 4,96 Prozent der Brandenburger Bevölkerung. Im Bundesdurchschnitt sind es 3,91 Prozent. Nicht alle von ihnen benötigen ein Hörgerät, da hierunter auch Hörschäden fallen, die temporär sein können, wie zum Beispiel beim Hörsturz.

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Markus Heckmann
Pressesprecher Barmer Berlin-Brandenburg
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