Darmkrebsmonat März

Sinkendes Interesse an Darmkrebsvorsorge in Berlin

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Berlin, 4. März 2022 – Jährlich erkranken in Deutschland rund 60.000 Menschen an Darmkrebs. In Berlin wurde das Angebot zur Darmkrebsfrüherkennung zuletzt weniger genutzt. Nach einer Analyse der Barmer nahmen im Jahr 2020 rund 72.900 gesetzlich Versicherte eine solche Untersuchung in Anspruch. Zwei Jahre zuvor waren es noch rund 93.000. „Darmkrebs entwickelt sich über Jahre hin unbemerkt, bis sich aus einem kleinen Zellhaufen ein bösartiger Tumor entwickelt hat. Gerade bei Krebs gilt, je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wer während der Corona-Pandemie wegen des Ansteckungsrisikos auf Vorsorgeuntersuchungen verzichtet hat, sollte diese dringend nachholen,“ sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg anlässlich des Darmkrebsmonats März.

Ärztliche Beratung zur Krebsvorsorge ernst nehmen

Im Gegensatz zu anderen Krebsarten entsteht Darmkrebs aus Vorstufen, den sogenannten Polypen. Ein Hinweis auf Polypen kann Blut im Stuhl sein. Daher werden zur Darmkrebsfrüherkennung Stuhlproben im Labor untersucht. Aus den Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenkassen ergibt sich, dass Berliner Arztpraxen im Jahr 2020 insgesamt rund 155.200 Mal ein Beratungsgespräch zu Darmkrebsfrüherkennung geführt haben. In rund 84.800 Fällen wurde den Patientinnen und Patienten ein Stuhlprobenset ausgehändigt. Eine Laboruntersuchung erfolgte aber nur in rund 72.900 Fällen. „Darmkrebs kann tödlich sein. Deshalb sollten die ärztlichen Empfehlungen zur Vorsorge ernst genommen und eine Stuhlprobe keine Hemmschwelle sein, sich auf Darmkrebs hin untersuchen zu lassen“, so Leyh.

Bereitschaft zur Vorsorge bei Hautkrebs höher als bei Darmkrebs

Bei Hautkrebs sei die Bereitschaft zur Krebsvorsorge etwas höher. In der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen haben zum Beispiel im Jahr 2019 bundesweit 16,9 Prozent der Frauen ein Hautkrebsscreening durchführen lassen und 14,4 Prozent einen immunologischen Stuhltest auf Darmkrebs. Bei Männern klafft die Inanspruchnahme mit 14,7 Prozent bei Hautkrebs- und 7,4 Prozent bei Darmkrebsuntersuchungen noch weiter auseinander. „Die Wirksamkeit von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind erwiesen und sie sind nicht ohne Grund Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung“, sagt Leyh. Hautkrebsscreening ist ab einem Alter von 35 alle zwei Jahre Kassenleistung, der immunologische Stuhltest zur Abklärung von Darmkrebs bei Männern ab 50 und Frauen ab 55 Jahren ebenfalls alle zwei Jahre. Seit dem Jahr 2019 schreiben die gesetzlichen Krankenkassen alle gesetzlich Versicherten ab 50 Jahren an, um auf die Möglichkeit der Darmkrebsfrüherkennung hinzuweisen. Weitere Informationen folgen im Alter von 55, 60 und 65 Jahren.

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Pressesprecher Barmer Berlin-Brandenburg
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