Krankschreibungen wegen COVID-19

Berlin kam verhältnismäßig glimpflich durchs Jahr 2021

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Berlin, 23. Februar 2022 – Die Corona-Pandemie hat über das Jahr 2021 hinweg in Berlin für deutlich weniger Krankschreibungen gesorgt als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer Analyse der Barmer hervor. Ihren Höhepunkt erreichten die coronabedingten Fehlzeiten in Berlin demnach in der in der Woche zwischen dem 29. November bis 5. Dezember (KW 48). Von 10.000 Barmer-Versicherten mit Anspruch auf Krankengeld waren in dieser Woche in Berlin 43 und im Bundesdurchschnitt 60 Personen krankgeschrieben. Anders stellte sich die Situation im benachbarten Brandenburg dar, wo die Barmer mit 94 je 10.000 Versicherte mehr als doppelt so viele Krankschreibungen registrierte. „Die unterschiedlich hohen Krankenstände wegen einer COVID-19-Infektion in Berlin und Brandenburg dürften mehrere Ursachen haben. Neben der Impfquote sind sicherlich auch die unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen der beiden Bundesländer ausschlaggebend. Nicht in allen Branchen können die Beschäftigten im Homeoffice arbeiten und unterliegen deshalb einem höheren Infektionsrisiko“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg.

Krankschreibungen stiegen von Sommer auf Winter um das 4-fache

Im Jahresdurchschnitt waren in Berlin je Kalenderwoche 428 Barmer-Versicherte wegen COVID-19 arbeitsunfähig gemeldet. Zwischen dem 26. Juli und 1. August (KW 30) lagen die Krankenmeldungen mit insgesamt rund 200 am niedrigsten. Dieser Wert stieg bis Dezember um fast das 4-fache und lag zwischen dem 29. November und 5. Dezember mit knapp 800 krankgeschriebenen Barmer-Versicherten am höchsten.

Frauen häufiger als Männer wegen Corona krankgeschrieben

Wie aus der Analyse der Barmer weiter hervorgeht, waren im Jahr 2021 durchgängig mehr Frauen als Männer wegen Corona krankgeschrieben. Vom 13. bis 19. Dezember (KW 50) waren beispielsweise bundesweit 13.195 Frauen und 9.350 Männer mit Anspruch auf Krankengeld arbeitsunfähig. „Frauen arbeiten häufiger in sozialen Berufen als Männer, etwa in der Pflege. Hier kommen sie eher mit dem Coronavirus in Kontakt und erkranken daran“, sagt Leyh. So seien beispielsweise im Jahr 2021 im Schnitt 0,33 Prozent der Barmer-versicherten Berufstätigen in der Altenpflege wegen Corona krankgeschrieben gewesen. In der Informatik hingegen, wo immer noch ein Großteil der Beschäftigten männlich sei, habe der Corona-bedingte Krankenstand bei 0,06 Prozent gelegen.. In dieser Branche sei weitestgehend Homeoffice möglich, was mit zu einer niedrigeren Infektionsrate beigetragen haben dürfte. Eine weitere Ursache für mehr Corona-Infektionen bei Frauen sei, dass sie häufiger in der Familie die Pflege von erkrankten Personen übernehmen würden.

Dritte Corona-Welle trifft ältere Beschäftigte, vierte Welle die jüngeren

Laut der Barmer-Analyse hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr die Beschäftigten je nach Altersgruppe unterschiedlich stark getroffen. Während der zweiten und dritten Welle waren die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dreimal häufiger wegen Corona krankgeschrieben als die jüngeren. Vom 17. bis 23. Januar (KW 3) waren unter den Beschäftigten ab 60 Jahren 56 von 10.000 BARMER-Versicherten arbeitsunfähig. Bei den Unter-20-Jährigen und bei den 20- bis 39-Jährigen traf dies auf etwa 20 bis 21 von 10.000 Personen zu. In der vierten Welle kehrte sich dieser Trend um. So seien in der Kalenderwoche 48 vom 28. November bis 4. Dezember bei den Unter-20-Jährigen 82 von 10.000 und bei der Gruppe ab 60 Jahren 68 je 10.000 BARMER-Versicherte mit Krankengeldanspruch arbeitsunfähig gemeldet gewesen.
 

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