Brücken schlagen für psychisch Kranke in Berlin

Berlin (15.11.2016) Menschen mit psychischen Erkrankungen haben oft wesentlich bessere Heilungschancen, wenn sie nach einem stationären Aufenthalt zu Hause von den gleichen Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften betreut werden, wie im Krankenhaus. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommen Barmer GEK und die Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin, die seit knapp zwei Jahren ein gemeinsames Modellvorhaben zur sektorenübergreifenden Versorgung durchführen.

Im Rahmen des Modellprojekts stellt die Barmer GEK seit 2014 ein jährliches Budget zur Verfügung, das die Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin mit ihren beiden Standorten, dem Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin Mitte und dem Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe in Berlin Treptow-Köpenick, flexibel für die Patientenversorgung einsetzen. Den rund 1.000 teilnehmenden Patienten wird dadurch eine Behandlungskontinuität sowohl während als auch nach der stationären Behandlung ermöglicht. Hierfür arbeitet das Behandlungsteam stationsübergreifend und kümmert sich auch nach der Entlassung um die Patienten. Das Modellprojekt ermöglicht außerdem, die Therapie nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten und der jeweiligen Situation zu Hause auszurichten. Die Wiedereingliederung in den Alltag, die für psychisch erkrankte Menschen oft mit großen Herausforderungen verbunden ist, wird so erleichtert.

"Mit dem Modellprojekt können wir Therapeuten endlich effektiv und nachhaltig arbeiten. Gerade die Behandlung von Menschen mit schwereren seelischen Erkrankungen erfordert einen längerfristigen Horizont und flexibles Reagieren auf die aktuelle gesundheitliche Situation des Patienten", sagt PD Dr. med. Christiane Montag, Leitende Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus.

"Die Möglichkeiten einer intensiven Therapie psychischer Erkrankungen in flexibel abgestimmten therapeutischen Settings erweisen sich auch bei Patienten hohen Lebensalters als besonders vorteilhaft für individualisierte Konzepte", so Prof. Dr. med. Vjera Holthoff-Detto, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Alexianer Krankenhaus Hedwigshöhe.

"Der Schlüssel für eine Steigerung der Behandlungsqualität und für einen effektiven Einsatz finanzieller Mittel liegt in der sinnvollen Verknüpfung von stationären und ambulanten Leistungen. Erste Erfahrungen des Modellprojekts weisen darauf hin, dass wir
die hohe Zahl der Re-Hospitalisierungen bei psychisch erkrankten Menschen so reduzieren können", sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer GEK Berlin/Brandenburg.

"Wir sind sehr froh darüber, zusammen mit der Barmer GEK einen Einstieg in die psychiatrische Patientenversorgung der Zukunft gefunden zu haben. Alle uns bislang vorliegenden Informationen zeigen, dass unsere Erwartungen sich bestätigen, die Patientinnen und Patienten wirklich von der Behandlung im Modellprojekt profitieren. Daher wünschen wir uns, dass eine solche Versorgung nach Ablauf der Modellphase auch tatsächlich in die Regelversorgung überführt wird", betont Alexander Grafe, Regionalgeschäftsführer der Alexianer St. Hedwig Kliniken Berlin GmbH.


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Webcode dieser Seite: p006749 Autor: Barmer Erstellt am: 15.11.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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